Desinfektion & Hygiene

Flächendesinfektion: wirksame Barrieren gegen Keime

Nicht nur die Händehygiene ist ein wesentlicher Bestandteil eines wirksamen Multibarrieresystems, auch eine indikationsgerechte Flächendesinfektion gehört dazu. Mit modernen Convenience-Lösungen können die Anforderungen der Leitlinien sicher und zeitsparend umgesetzt werden.

von  der HARTMANN Online-Redaktion

„Aus Gründen des Patienten- und Personalschutzes sowie der Qualitätssicherung muss eine ordnungsgemäße, hygienisch einwandfreie Durchführung der Reinigung und indikationsgerechten Flächendesinfektionsmaßnahmen als Teil eines Multibarrieresystems zur Prävention und Kontrolle von nosokomialen Infektionen und der Verhütung der Ausbreitung antibiotikaresistenter Mikroorganismen stets gewährleistet sein“, lautet eine der einleitenden Forderungen der aktuellen AWMF-S1-Leitlinie „Hygienische Anforderung an Hausreinigung und Flächendesinfektion“ [1], die auf Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) aus dem Jahr 2004 basiert [2].

Die für das Krankenhaus verbindlichen Hygienerichtlinien sind auch richtungsweisend für stationäre Alten- und Pflegeheime, in denen sich in der Mehrzahl multimorbide, abwehrgeschwächte Menschen mit einem hohen Infektionsrisiko konzentrieren. Nicht zuletzt durch das vermehrte Auftreten resistenter Keime im häuslichen Pflegebereich stehen aber auch ambulante Pflegedienste in der Pflicht, ihre Hygienestandards entscheidend zu verbessern.

In einer repräsentativen Studie der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) [3], für die 400 Leitungskräfte ambulanter Pflegedienste befragt wurden, ergaben sich höchst interessante bzw. alarmierende Befragungsergebnisse zum Thema multiresistente Erreger.

Über die Hälfte aller ambulanten Pflegedienste in Deutschland (57 %) haben im vergangenen Jahr Menschen versorgt, bei denen dokumentiert war, dass sie mit einem Problemerreger besiedelt waren. Soweit bekannt, kamen ambulante Pflegedienste am häufigsten in Kontakt mit den drei Erregergruppen MRSA (zu 95 %), ESBL-Bildnern wie Escherichia coli oder Klebsielle pneumoniae (zu 25 %) und multiresistenten gramnegativen Erregern 3-MRGN (zu 18 %). Auch der Durchfall­erreger Clostridium difficile machte Pflegebedürftigen häufig zu schaffen (zu 18 %).

Warum Flächendesinfektion?

Wenngleich es um die Compliance bei der Hände­desinfektion trotz aller Aktionen immer noch schlecht steht, ist den meisten Gesundheitsmitarbeitern die Wichtigkeit dieser Infektionsprävention bewusst. Die Risiken der Keimübertragung durch häufig berührte Flächen hingegen dürften weit weniger im Bewusstsein von Gesundheitsmitarbeitern verankert sein. Beispielsweise kann ein MRSA von sieben Tagen bis zu sieben Monaten [4] auf unbelebten Flächen überleben. Damit geht ein permanentes Risiko für Kreuzkontaminationen einher. Denn die widerstandsfähigen Erreger können über die Flächen auf die Hände der Patienten / Bewohner und der Mitarbeiter gelangen und von dort weiter in der Einrichtung verbreitet werden.

Eine erhöhte Infektionsgefahr kann vor allem von Flächen ausgehen, die häufig mit Händen und Haut in Berührung kommen. Dies sind beispielsweise Türgriffe, Handleisten, Rufanlagenknöpfe, Toilettensitze oder Ablagetische. Heute stellen aber auch alle digitalen Geräte wie Smartphones oder auf Tablet-PCs geführten Patienten- / Bewohnerakten und insbesondere die von Bewohnern und Personal gleichermaßen viel genutzten Handys eine nicht zu unterschätzende Kontaminationsquelle dar.

Flächendesinfektion ist einfacher geworden

Wie Umfrageergebnisse [3] nahelegen, ist unter anderem ein Mangel an Personal und Zeit ein wichtiger Grund, die hohen Anforderungen der verschiedenen Hygienerichtlinien und -empfehlungen nicht korrekt einhalten zu können. Dank moderner Produktlösungen ist dieses Argument heute jedoch nicht mehr überzeugend. Mit schnell und sicher wirksamen Händedesinfektionsmitteln und effizient einsetzbaren, gebrauchsfertigen Flächendesinfektionstücher für den Einmalgebrauch lässt sich in allen Bereichen des Gesundheitswesens ohne Probleme ein funktionierendes Multibarrieresystem aufbauen.

Vor allem ist es die früher äußerst zeit- und personalaufwändige Flächendesinfektion, die durch die entsprechenden Convenience-Produkte entscheidend einfacher geworden ist. Durch ihre benutzerfreund­lichen Eigenschaften helfen sie, Anwendungsfehler zu vermeiden und damit Hygienerisiken größtmöglich zu minimieren – ganz im Sinne der neuen AWMF-Leitlinie zur Flächendesinfektion. Aber auch der Arbeitsalltag von Mitarbeitern in Krankenhäusern und Pflegeheimen wird spürbar entlastet, was insbesondere vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren an anderen Stellen kontinuierlich gestiegenen Arbeitsdichte von großer Relevanz ist.

Für die unterschiedlichen Anforderungen einer indikationsgerechten Flächendesinfektion hält HARTMANN ein breites Sortiment an gebrauchsfertigen Desinfektionstüchern bereit, die dazu beitragen, zentrale Anforderungen der AWMF sicher umzusetzen.

  • Dosierung: Die vorgetränkten HARTMANN-Desinfektionstücher enthalten eine exakt definierte Menge an Wirkstoff-Lösung. => Keime werden sicher inaktiviert und eine Selektion von Mikro­organismen vermieden. Eine Entwicklung von Desinfektionsmitteltoleranzen bzw. -resistenzen wird verhindert.
  • Standzeiten: Im Unterschied zu offen stehenden Desinfektionslösungen, die zumeist maximal 24 Stunden lang verwendet werden dürfen, sind gebrauchsfertige Desinfektionstücher in Ready-to-use-Systemen, wie z. B. in Flowpacks, nach Anbruch bis zu drei Monate verwendbar. => Vorbereitungszeit für Dosierungs-Berechnungen und das Ansetzen von Desinfektionsmittel-Lösungen wird eingespart.
  • Hochrisikobereiche: Vorgetränkte Tücher werden einmalig verwendet und anschließend verworfen. => Eine Aufbereitung entfällt, und damit eignen sich die Tücher auch für Bereiche mit besonderen Infektionsrisiken, wie Intensivtheraphie, Hämatoonkologie, Neonatologie und Verbrennungsstationen.
  • Keimverschleppungen vorbeugen: Während Feuchtwischbezüge nach der Anwendung eine thermische bzw. chemothermische Aufbereitung erfordern, können Einmaltücher nach ihrem Einsatz einfach entsorgt werden. => Eine Gefahr der Keimvermehrung und -verschleppung entfällt.
  • Benetzung: Die HARTMANN Einmaltücher ermöglichen mit ihrer Tuchqualität aus hoch­wertigem Vlies eine sehr gute Wirkstoffabgabe.=> Die zu desinfizierende Oberfläche wird mit einer ausreichenden Menge an Desinfektions­mittel abgewischt und benetzt.

Quellen:
1 Hygienische Anforderungen an Hausreinigung und Flächendesinfektion. Empfehlung des Arbeitskreises Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF. AWMF-Register Nr. 029/030. S1-Leitlinie. Hyg Med 2015; 40 (10): 418-421.
2 Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 2004. 47:51–61.
3 Stiftung für Qualität in der Pflege (ZQP), Studie 2016, www.zqp.de
4 Kramer A. et al., 2006