Neues aus der Händehygiene

RKI stellt Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid PLUS“ vor

In ihrer Empfehlung zur Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens (2016) stellte die KRINKO erstmals das neue Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid PLUS“ vor [1].

von  der HARTMANN Online-Redaktion
Nähere Informationen veröffentlichte jüngst der Arbeitskreis Viruzidie beim RKI in seiner Stellungnahme „Prüfung und Deklaration der Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln gegen Viren zur Anwendung im human-medizinischen Bereich“ [2].

Gegen welche Erreger wirken
„begrenzt viruzid PLUS“-deklarierte Mittel?

„Begrenzt viruzid PLUS“ ordnet sich zwischen den bereits bekannten Wirkungsspektren begrenzt viruzid und viruzid ein. Hände-Desinfektionsmittel mit der Auslobung „begrenzt viruzid PLUS“ inaktivieren alle behüllten Viren sowie zusätzlich die unbehüllten Adeno-, Rota- und Noroviren. Der Hintergrund: Zwar gehören Adeno-, Rota- und Noroviren zu den unbehüllten Viren, jedoch zeichnen sie sich durch eine geringere Hydrophilie aus und sind leichter durch Desinfektionsmittel zu inaktivieren als andere, ebenfalls unbehüllte aber stärker hydrophile Viren, wie beispielsweise Enteroviren [2]. Generell sind bei unbehüllten Viren höhere Ethanolkonzentrationen für eine effektive Inaktivierung notwendig [1].

Was bringt das neue Wirkungsspektrum?

Norovirus
Norovirus
Adeno-, Rota- und Noroviren sind besonders häufig für Ausbrüche in  Kliniken und Pflegeeinrichtungen verantwortlich [2]. Für die prophylaktische Händedesinfektion kann ganzjährig dasselbe Desinfektionsmittel eingesetzt werden – eine Umstellung auf andere Produkte aufgrund saisonaler Unterschiede im Vorkommen dieser Erreger kann entfallen [3]. Bei hartnäckigen Ausbruchsgeschehen sollte jedoch ggf. auf ein viruzid wirksames Mittel umgestellt werden, empfiehlt das RKI auf Anfrage des BODE SCIENCE CENTERS.

Welche Prüfungen sind bei Hände-Desinfektionsmitteln für die Auslobung „begrenzt viruzid PLUS“erforderlich?

Für den Nachweis des Wirkungsspektrums „begrenzt viruzid PLUS“  werden DVV/RKI-Methoden empfohlen (quantitative Suspensionsversuche). Als Prüfviren für das Wirkungsspektrum „begrenzt viruzid PLUS“ werden Adenoviren und murine Noroviren (MNV) verwendet [2].

Die auf europäischer Ebene erarbeiteten Normen (EN 14476) stellen Mindestanforderungen dar, während die Prüfung gemäß RKI/DVV aufgrund strengerer Vorgaben eine höhere Sicherheit für die Richtigkeit der Ergebnisse gewährleistet [2]. Falls Produkte ausschließlich nach europäischen Normen getestet wurden, sollten gemäß des Arbeitskreises Viruzidie bestimmte Bedingungen berücksichtigt worden sein (z. B. insgesamt zwei unabhängige Tests mit Ermittlung des mittleren Konfidenzintervalls in den vorgegebenen Grenzen) [2].

Empfehlung für den Einsatz von
HARTMANN Hände-Desinfektionsmitteln

Sterillium med und Sterillium Virugard
  • Sterillium med: Begrenzt viruzid PLUS
    Ganzjährig einzusetzen, auch bei Auftreten und Ausbrüchen von Noro-, Rota- und Adenoviren innerhalb der 30 Sek. Einwirkzeit für die hygienische Händedesinfektion.
  • Sterillium Virugard: Viruzid
    Bei hartnäckigen Ausbrüchen von Noro-, Rota- und Adenoviren sowie generell bei unbehüllten Viren wie  Enteroviren, Coxsackieviren, Polyoma-viren.

Quellen: 1. Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens Empfehlung der Kommission für Kranken-haushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesund-heitsbl 2016, 59: 1189-1220. 2. Schwebke I, Eggers M. Prüfung und Deklaration der Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln gegen Viren zur Anwendung im human-medizinischen Bereich. Bundesgesundheitsbl 2017, 60:353-363. 3. Eggers M. Mitteilung der Desinfektionsmittel-Kommission im VAH Neuer Wirksamkeitsbereich be-grenzt viruzid PLUS – was ist das? Hyg Med 2016; 41 – 12.

Die Pflichtangaben zu folgenden Produkten erhalten Sie hier: