Kongresshaus Baden-Baden
Messen & Kongresse

28. Jahreskongress der
Deutschen Kontinenz Gesellschaft

"Inkontinenz ist eine interdisziplinäre Herausforderung", diesen Appell richtete die Deutsche Kontinenz Gesellschaft bei ihrem 28. Jahreskongress in Baden-Baden an Fachärzte, Pflegepersonal, Therapeuten und Apotheker.

von  der HARTMANN Online-Redaktion 30 Nov 2016

Bereits seit 1987 setzt sich die Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V. als gemeinnützige, medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für eine Verbesserung der Diagnose, Behandlung und Prävention ein – von Harn- und Stuhlinkontinenz sowie dem Einnässen beim Kind. Die PAUL HARTMANN AG unterstützt die Arbeit der Gesellschaft als Premium-Mitglied des Förderkreises. Für Betroffene und Angehörige bietet die Deutsche Kontinenz Gesellschaft wertvolle Informationen, zertifizierte ärztliche Beratungsstellen sowie Kontinenz- und Beckenbodenzentren und trägt durch regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen zudem maßgeblich zur Qualitätssicherung in der Behandlung und Beratung von Menschen mit Inkontinenz bei.

Alloussi Schahnaz
Prof. Dr. Schahnaz Alloussi

Die wichtigste und zugleich größte Veranstaltung zum Thema Inkontinenz im deutschsprachigen Raum ist der Jahreskongress, bei dem dieses Jahr fast 1.000 Experten aus ganz Deutschland zu Gast in Baden-Baden waren. Experten verschiedenster Bereiche, die ein großes Thema eint: Wie lässt sich Harn- und Stuhlinkontinenz effektiv heilen oder lindern? „Wir alle müssen effektiv zusammenarbeiten“, resümiert Prof. Dr. Schahnaz Alloussi. „Kaum ein anderes Krankheitsbild erscheint so vielfältig und betrifft gleichermaßen so viele medizinische Fachgebiete wie die Inkontinenz.“

Prof. Dr. Erich Solomayer
Prof. Dr. Erich Solomayer

Professor Dr. Schahnaz Alloussi (Diakonie Krankenhaus Neunkirchen) und Prof. Dr. Erich Solomayer (Universitätsklinikum des Saarlandes Homburg) setzten deshalb als Kongresspräsidenten ihren Schwerpunkt auf interdisziplinäre Zusammenarbeit. Zwei Tage lang, am 4. und 5. November 2016, wurde in Baden-Baden auf zahlreichen Vorträgen, Diskussionen, in Workshops, Seminaren und auf Fortbildungsveranstaltungen das Thema ganzheitlich betrachtet.

„Wir haben die Bedeutung der effektiven Zusammenarbeit herausgestellt - zwischen Urologen, Gynäkologen, Chirurgen, Neurologen, Pädiatern sowie Geriatern und Vertretern der Pflegeberufe, Physiotherapeuten, Urotherapeuten und Apothekern“, so die Kongresspräsidenten. „Denn nur gemeinsam ist es möglich, eine optimierte und effektive Versorgung der Betroffenen zu ermöglichen.“

Den Preis für den besten Beitrag des Kongresses erhielt eine junge Wissenschaftlerin der gynäkologischen Abteilung des Universitätsklinikums Tübingen: Anna-Lena Liaci. Sie zeigte in ihrem Beitrag „Diagnostik und Therapie benigner perivaginaler Raumforderungen am Beispiel von 69 Fällen. Was sollte ein (Uro)Gynäkologe wissen?“, dass Blasenfunktionsstörungen auch andere Ursachen als die „üblichen“ haben können – zum Beispiel gutartige Myome und Zysten, die in der Umgebung der Harnröhre liegen. Prof. Christl Reisenauer, 2. Vorsitzende der Deutschen Kontinenz Gesellschaft, überreichte den mit 2.000 Euro dotierten Preis.

Mit Standing Ovations wurden Prof. Dr. Manfred Stöhrer (Murnau) und Prof. Dr. Brigitte Schurch (Lausanne) bedacht. Beide erhielten den „Preis der Kongresspräsidenten“ für herausragende wissenschaftliche Leistungen ihres Beitrags „Einsatz von intramural injiziertem Botulinumtoxin zur Behandlung der therapierefraktären Detrusorüberaktivität.“