OP

Mit Sicheren Instrumenten gegen riskante Nadelstichverletzungen

Stich-, Schnitt- und Kratzverletzungen der Haut durch Nadeln, Skalpelle und scharfe chirurgische Instrumente, die mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von Patienten verunreinigt waren, bergen ein hohes, aber leider vielfach unterschätztes Infektionsrisiko. Ein sicherer Weg, diese Risiken zu minimieren, ist der Einsatz Sicherer Instrumente, der durch die Regelungen der TRBA 250 seit vielen Jahren Pflicht ist.

von  der HARTMANN Online-Redaktion
Sichere Instrumente
Beispiele für Sichere Instrumente sind diese Sicherheitskalpelle und Klingenabwurfbehälter.
Nadelstichverletzungen sind in der Pflege weiterhin ein wichtiges Thema. Das bestätigt auch die kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag im September 2016. Die Abgeordneten zitierten dabei Schätzungen, nach denen sich jeder Beschäftigte mindestens alle zwei Jahre sticht oder schneidet. Die Technische Regel TRBA 250 sehe zwar für infektionsgefährdete Bereiche die Verwendung von Sicherheitsinstrumenten verbindlich vor. In der Pflege würden solche Geräte jedoch bei weniger als einem Drittel der Befragten eingesetzt. Einige Kassen weigern sich zudem, die Produkte zu vergüten, da diese dem Arbeitsschutz dienten. Die Bundesregierung antwortete auf die Anfrage, dass die Verwendung von Sicherheitsgeräten dort sichergestellt sein muss, wo es erforderlich ist. Eine laufende Studie soll den Handlungsbedarf klären.

Bei sog.Sicheren Instrumenten (SI) handelt es sich um medizinische Einmalprodukte für perkutane Eingriffe wie beispielsweise Kanülen, Lanzetten oder Skalpelle. Sie sind mit einem Sicherheitsmechanismus ausgestattet, der ein ungewolltes Stechen oder Schneiden nach dem Gebrauch der Instrumente verhindern soll. Dabei wird in aktive bzw. passive sichere Instrumente unterschieden. Bei aktiv sicheren Instrumenten muss der Sicherheitsmechanismus vom Anwender bewusst aktiviert werden. Bei passiv sicheren Instrumenten erfolgt die Aktivierung des Sicherheitsmechanismus automatisch ohne Zutun des Benutzers.

Einsatz von SI ist Pflicht

Entsprechend den „Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe“ (TRBA 250) sind Sichere Instrumente grundsätzlich bei allen Tätigkeiten einzusetzen, bei denen „Körperflüssigkeiten in infektionsrelevanter Menge übertragen werden können“. Explizit nennt die TRBA 250 in diesem Zusammenhang Blutentnahmen und sonstige Punktionen zur Entnahme von Körperflüssigkeiten [1]. Dazu zählen aber auch Tätigkeiten im OP, wie z. B. das Vernähen. Im Hinblick auf die infektionsrelevante Menge weisen Experten [2] zusätzlich darauf hin, dass auch kleinste und sogar unerkannte Nadelstichverletzungen zu Infek­tionen führen können. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, wenn für den entsprechenden Anwendungsbereich Sichere Instrumente verfügbar sind, diese bereitzustellen. Da sich die Handhabung von Instrumenten mit Sicherheitmechanismen in der Regel etwas von der Handhabung konventioneller Instrumente unterscheidet, ist der Umgang mit sicheren Instrumenten vor der Benutzung zu üben.

Einsatz von SI ungenügend

Die Einführung und der Einsatz von SI ist längst noch nicht flächendeckend und scheitert vielfach an deren Mehrkosten [3]. Dabei werden durch die drei wichtigsten blutübertragbaren Infektionserreger (HBV, HCV, HIV) den Unfallversicherern und der Gesellschaft jährlich Kosten in zweistelliger Millionenhöhe zugefügt [4]. Die sozialen und psychischen Folgen für die Betroffenen lassen sich erst gar nicht in Zahlen darstellen.

Sichere Instrumente in HARTMANN CombiSets

HARTMANN CombiSets
Sichere Instrumente können auch individuell in HARTMANN CombiSets integriert werden.
Um den flächendeckenden Einsatz Sicherer Instrumente zu fördern und damit den Arbeitsschutz des OP-Personals zu verbessern, können Sichere Instrumente auf Kundenwunsch auch in die ­HARTMANN CombiSets eingebracht werden. Damit bietet HARTMANN eine einfache Möglichkeit, die komplexen Anforderungen einfach und zuverlässig umzusetzen und so ein Höchstmaß an Sicherheit für den Anwender zu gewährleisten. Für eine individuelle Beratung stehen die HARTMANN Außendienstmitarbeiter jederzeit gerne zur Verfügung.

Quellen/Literatur: 1) TRBA 250, Abschnit 4.2.4., 2) Initiative SAFTEY FIRST! Deutschland, 3) Wittmann A., Hofmann F., Neukrich B., Thürmer Ch., Kralj N., Bergische Universität Wuppertal: Sichere Instrumente: Kosten, Nutzen, 4) Stastik der BGW 2003