7. HARTMANN Wundsymposium:
die Kunst der Wundversorgung

Auch das 7. Fachsymposium der IVF HARTMANN AG, das am 29. Juni 2017 in Zürich stattfand, war mit 500 Teilnehmern wieder restlos ausgebucht. Getreu dem Motto „Die Kunst der Wundversorgung“ standen zahlreiche fachlich hochinteressante Referate auf dem Programm, das auch wie immer Raum für angeregte Diskussionen bot.

von  der HARTMANN Online-Redaktion

Edeltraut Bernardini und Mathias Weber von der IVF HARTMANN AG konnten als Organisatoren und Gastgeber nunmehr zum siebten Mal die zahlreichen Teilnehmer des Symposiums begrüßen, das in bewährter Weise von Marco Fritsche moderiert wurde. Dabei gelang es den kompetenten und praxiserfahrenen Referenten in sechs interessanten Themenblöcken, wesentliche Aspekte der Wundbehandlung aufzuzeigen und den Teilnehmern viele Anregungen mitzugeben.

Problem chronische Wunde

Dr. med. Dieter Mayer
PD Dr. med. Dieter Mayer, Facharzt FMH für Chirurgie und Gefäßchirurgie, referierte eingangs zum komplexen Problemkreis chronische Wunde.

Nach wie vor stellen chronische Wunden eine nicht einfach zu lösende therapeutische Aufgabe dar, sodass neue Erkenntnisse zur Behandlung auf ein großes Interesse stoßen. Diesem Interesse entsprach das Einführungsreferat von PD Dr. med. Dieter Mayer, der mit vielen praktischen Erkenntnissen und Beobachtungen wertvolle Anregungen gab. Insbesondere warnte er vor zu viel Routine. Wenn bei der Wundheilung dauerhaft keine Besserung erreicht wird, muss die Praxis überdacht werden. Einfach nur „weitermachen“ darf nicht sein. Es gibt viele neue evidenzbasierte Erkenntnisse für einen begründeten Therapiewechsel.

Auch ist es leider üblich, viel zu „lokal“ zu denken. Nur die Wunde zu behandeln, ist zu wenig, es müssen immer auch systemische Komponenten bzw. die ulkusauslösenden Grunderkrankungen berücksichtigt werden.

Des weiteren gibt es viele Wundpatienten, deren Gefäßstatus nie überprüft wurde. Dabei kann beispielsweise ein einfacher, handgehaltener Doppler entscheidende Informationen zur Blutversorgung bringen, womit dann das weitere Vorgehen besser bestimmt werden kann.

Auch bei der medikamentösen Behandlung gibt es neue Erkenntnisse. So stehen große prospektive und randomisierte Studien vor dem Abschluss. Und es ist gut möglich, dass in Zukunft nicht nur Gefäß- und Herzkranke regelmäßig Aspirin einnehmen werden, sondern auch Wundpatienten, da die Ergebnisse bei venösen Ulzera signifikante Vorteile unter Aspirin-Einnahme zeigen.

Themenzentrierte Referate

Neu waren beim Symposium die themenzentrierten Referate. Die Teilnehmer konnten zwischen verschiedenen Themen wählen und das Weiterbildungsprogramm auf ihre eigenen Bedürfnisse zuschneiden.

In sechs spannenden Themenblöcken standen jeweils zwei Referate zur Wahl:

  • Wunddébridement und -verfahren – Praktische Fallbeispiele zum Débridement
  • Praktische Kompressionstherapie – Lymphologische Aspekte bei chronischen Wunden
  • Herausforderungen und Grenzen in der malignen und palliativen Wundversorgung – Die Wundversorgung bei Epidermolysis bullosa im Erwachsenenalter
  • Inkontinenzassoziierte Dermatitis (IAD) aus der Sicht der Pflege und in der Praxis – Vorstellung IAD Interventions-Tool
  • Wunde ist nicht gleich Wunde! Kommunikation zwischen Ärzten und Pflege  – Smartphone und Tablet – digitale Wunddokumentation im Alltag
  • Umgang mit schwierigen Wundsituationen (Wundtaschen, Fisteln, Allergien) – Welchen Einfluss haben Medikamente auf die Wunde?

In den aufgeteilten Gruppen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihr Wahlthema besser vertiefen und brennende Fragen vor einem kleineren Publikum ausdiskutieren.

HARTMANN Hydro-Preis

Nach einem reichhaltigen Stehlunch erfolgten die Verleihung des HARTMANN HydroPreises 2017 und die Vorstellung der Fallbeispiele durch die drei Gewinnerinnen. Den ersten Preis erhielt Esther Wälti, Spitex Gäu. Der zweite Preis ging an Melanie Näf, Spitex Oberuzwil-Jonschwil-Lütisburg. Den dritten Preis erhielt Ruth Schilling, Spitex Leibstadt.

Hilfe für Schmetterlingskinder

Scheckübergabe beim 7. HARTMANN Wundsymposium
Ein Highlight war sicherlich auch die Spendenübergabe an die DEBRA Schweiz.

Menschen, die an einer seltenen Krankheit leiden, finden in der Öffentlichkeit kaum Beachtung und ihre Organisa­tionen müssen sich jede Spende hart erkämpfen. So auch die „Schmetterlingskinder“.

Schmetterlingskinder leben mit angeborener Epidermolysis bullosa (EB), einer schmerzvollen, seltenen Hautkrankheit. Die Haut eines Schmetterlingkindes ist verletzlich wie die Flügel eines Schmetterlings, weil die einzelnen Hautschichten nicht zusammenhalten. Großflächige, wiederkehrende Wunden führen bei schweren Formen von EB zu Vernarbungen wie nach Verbrennungen und es besteht ein hohes Risiko für bösartige Karzinome.

Seit 1998 unterstützt die Patientenorganisation DEBRA Schweiz Schmetterlingskinder und ihre Eltern, den Alltag mit EB leichter zu bewältigen. Die IVF HARTMANN AG wiederum unterstützt das Engagement von DEBRA Schweiz für die Schmetterlingskinder seit mehreren Jahren. Und die diesmal überreichte, großzügige Unterstützung war herzlich willkommen.

Großer Dank an alle

Dank gilt den Organisatoren, die sich freuen konnten, dass das auf Teilnehmerwünschen basierende Programm bestens angenommen wurde. Aber auch den Teilnehmern, die engagiert am Erfolg des Symposiums mitgearbeitet haben und mit Lob nicht sparten: „Das war ein toller Tag."