HydroClean mini –
weil viele Wunden klein sind

Mehr als drei von vier Wunden sind kleiner als 7 cm2. Dies gilt vorwiegend für venöse Beinulzera und diabetische Fußulzera [6]. Speziell für die Therapie solch kleiner und tiefer Wunden wurde HydroClean mini entwickelt.

von  der HARTMANN Online-Redaktion

HydroClean mini ist ein tamponierfähiges Spezialformat von HydroClean mit einem Durchmesser von 3 cm. Auch HydroClean mini ist ein gebrauchsfertig mit Ringer­lösung getränktes Wundkissen mit dem einzigartigen Saug-Spül-Mechanismus. So muss auch bei der Behandlung kleiner und tiefer Wunden nicht auf die vielen therapeutischen Effekte der hydroaktiven Wundauflage HydroClean verzichtet werden.

HydroClean zur aktiven Wundreinigung

Unter den hydroaktiven Wundauflagen nimmt HydroClean im Hinblick auf das Wirkungsprinzip eine Sonderstellung ein. Denn HydroClean entfaltet in der Wunde eine selbsttätige Saug-Spülwirkung, die kein anderes Wundauflagensystem zur Feuchttherapie erbringt.

Basis für den einzigartigen Saug-Spül-Mechanismus ist der Saugkern aus wirkstofffreiem und chemisch inerten Superabsorber (SAP), der mit Ringerlösung getränkt ist. Diese wird kontinuierlich an die Wunde abgegeben. Durch die permanente Zufuhr von Ringerlösung werden Nekrosen und Beläge aktiv aufgeweicht, abgelöst und „ausgespült“, was die schnelle und effektive Reinigungswirkung von HydroClean erklärt.

Gleichzeitig wird das mit Detritus und Keimen belastete Wundexsudat in den Superabsorber-Kern aufgenommen und dort sicher gebunden [1-4,9-13]. Dieser Austausch funktioniert, weil der Superabsorber eine höhere Affinität („Vorliebe“) für proteinhaltiges Wundexsudat als für die salzhaltige Ringerlösung besitzt. So verdrängt das Wundexsudat die Ringerlösung aus dem Wundkissen. Sobald aber die wundheilungshemmenden Faktoren wie Nekrosen, Bakterien, Detritus und Beläge entfernt sind, kann Granulationsgewebe aufgebaut werden.
 Zudem inaktiviert das im HydroClean mini verwendete SAP wundheilungsstörende Matrix-Metallo-Proteasen (MMPs), wodurch ein stagnierender Heilungsprozess bei chronischen Wunden wieder reaktiviert werden kann [6].

Insgesamt steht mit HydroClean eine hydroaktive Wundauflage zur Verfügung, die schnell und schonend eine Reinigung der Wunde herbeiführen kann [1,3,10,14-18], entweder als alleinige Maßnahme oder in Fortführung anderer Débridementmethoden. Nekrosen lösen sich häufig bereits in den ersten Tagen der Behandlung [3] oder weichen so stark auf, dass sie leicht mechanisch entfernt werden können.

Ist die Wunde im Rahmen der HydroTherapy im ersten Schritt mit HydroClean gereinigt, kann im zweiten Schritt der Schaumverband HydroTac mit AquaClear Technologie zur Anwendung kommen. Basis der AquaClear Technologie sind hydratisierte Polyurethane. Diese sorgen für eine optimale Feuchtigkeitsregulierung, was die Bildung von Granulationsgewebe und die Reepithelisierung fördert [2,9,17].

2 Präparate für alle Wundheilungsphasen

Schritt 1: HydroClean reinigt, debridiert und aktiviert Wunden durch den speziellen Saug-Spül- Mechanismus [1-4].
Schritt 2: HydroTac beschleunigt durch AquaClear Gel Technologie die Epithelisierung [4,5].

Anwendungshinweise

  • HydroClean mini muss in direktem Kontakt mit dem Wundgrund stehen. Bei tiefen Wunden kann HydroClean mini in die Wunde locker eintamponiert werden. Ggf. sind dazu zwei HydroClean mini erforderlich.
  • Bei weniger tiefen Wunden wird HydroClean mini so auf die Wunde gelegt, dass das Wundkissen in direktem Kontakt mit dem Wundgrund steht und den Wundrand leicht überlappt.
  • Anschließend wird HydroClean mini mit einem Folienverband (z. B. Hydrofilm) fixiert. Ein Folienverband ist erforderlich, um ein vorzeitiges Austrocknen des Wundkissens zu vermeiden.
  • Es ist darauf zu achten, dass der Folienverband groß genug gewählt wird, um eine sichere Fixierung zu gewährleisten. Dies gilt vor allem für Lokalisationen, an denen die Fixierung durch Bewegung besonders belastet wird.
  • Bei entsprechenden Wundverhältnissen kann ein eintamponiertes HydroClean mini auch mit normalen HydroClean abgedeckt werden. Dann ist eine Fixierung mit kohäsiven Fixierbinden (z. B. Peha-haft) möglich.

[1] Öffnen Sie die Peelpackung von HydroClean mini und ziehen Sie eine Seite vollständig ab, sodass das Präparat griffbereit auf einer sterilen Fläche liegt. [2] Ziehen Sie Deckpapier 1 und 2 von Hydrofilm bis etwa zur Mitte auf. Wenden Sie Hydrofilm und nehmen Sie mit der haftenden Seite das bereitgelegte HydroClean mini auf. [3] Platzieren Sie dann dieses „Kombipaket“ – HydroClean mini haftend auf Hydrofilm – auf der Wunde und ziehen Sie dabei Deckpapier 1 und 2 vollständig ab.
[4] Ziehen Sie dann zuerst Deckpapier 3 ab und dann 4. Die Einhaltung dieser Reihenfolge ist für eine faltenfreie Applikation wichtig. [5] Zur endgültigen Fixierung streichen Sie abschließend mit flächigen Händen von der Mitte aus zur Seite hin über Hydrofilm. [6] Der transparente Folienverband Hydrofilm schützt sicher vor Sekundärinfektionen und erlaubt jederzeit die Kontrolle von Wunde und Umgebung.

Hydrofilm – für perfekten Wundschutz

Hydrofilm von HARTMANN ist ein steriler selbsthaftender Transparentverband aus keim- und wasserdichter Polyurethan-Folie. Er dient als Primärverband bei genähten, nicht exsudierenden Wunden. Hydrofilm ist aber auch ideal als Sekundärverband zur keimsicheren Abdeckung tiefer austamponierter Wunden oder zur Fixierung hydroaktiver Wundauflagen wie beispielsweise HydroClean mini (siehe oben).

Zur einfacheren Applikation ist Hydrofilm mit Deckfolien versehen, die in der Reihenfolge der Applikation von 1 bis 4 nummeriert sind.

Literatur: [1] Atkin, L. and Ousey, K. (2016). Wound bed preparation: A novel approach using HydroTherapy. British Journal of Community Nursing 21 (Supplt. 12), pp. S23-S28. [2] Ousey, K. et al. (2016). HydroTherapy Made Easy. Wounds UK 12(4). [3] Humbert, P. et al. (2014). Protease-modulating poly­acrylate-based hydrogel stimulates wound bed preparation in venous leg ulcers – a randomized controlled trial. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 28(12), Seiten 1742-1750. [4] Smola, H. (2016). Simplified treatment options require high-performance dressings – from molecular mechanisms to intelligent dressing choices. EWMA 2016. Bremen, 11.-13. Mai 2016. [6] Eming, S., Smola, H., Hartmann, B. et al. (2008). The inhibition of matrix metalloproteinase activity in chronic wounds by a polyacrylate superabsorber. Biomaterials 29: 2, 2932-2940 [9] Ousey, K. et al. (2016). Hydro-Responsive Wound Dressings simplify T.I.M.E. wound management framework. British Journal of Community Nursing 21 (Supplt. 12), pp. S39-S49. [10] Spruce, P. et al. (2016). Introducing HydroClean® plus for wound-bed preparation: a case series. Wounds International 7(1), pp. 26-32. [11] Ousey, K. et al. (2016). HydroClean® plus: a new perspective to wound cleansing and debridement. Wounds UK 12(1), pp. 94-104. [12] Atkin, L. and Rippon, M. (2016). Autolysis: mechanisms of action in the removal of devitalised tissue. British Journal of Nursing 25(20), Seiten S40-S47. [13] Kaspar, D. et al. (2015). Economic benefit of a polyacrylate-based hydrogel compared to an amorphous hydrogel in wound bed preparation of venous leg ulcers. Chronic Wound Care Management and Research 2, Seiten 63-70. [14] Bullough, L. et al. (2016). A multi-centre 15 patient evaluation of a Hydro-Responsive Wound Dressing (HRWD) - HydroClean® plus. HydroTherapy Symposium: A New Perspective on Wound Cleansing, Debridement and Healing. London, 3. März 2016. [15] Scherer, R. et al. (2015). HydroTherapy®. Anwendungsstudie. Heidenheim: Paul Hartmann AG. (Daten liegen vor.) [16] Chadwick, P. and Haycocks, S. (2016). The use of Hydro-Responsive Wound Dressing for wound bed preparation in patients with diabetes. Wounds UK Annual Conference. Harrogate, 14.-16. November 2016. [17] Knowles, D. et al. (2016). HydroTherapy® wound healing of a post amputation site. Wounds UK Annual Conference. Harrogate, 14.-16. November 2016. [18] Zollinger, C. et al. (2014). HydroTherapy®. Anwendungsstudie. Heidenheim: Paul Hartmann AG. (Daten liegen vor.)