Wundbehandlung

Die HydroTherapy –
Effizienz in der klinischen Praxis

Bei Wachkoma-Patienten, die intensivster Pflege bedürfen, gestaltet sich oft auch die Wundbehandlung schwierig. Mit der HydroTherapy aber kann dem Patienten eine effiziente Wundversorgung angeboten werden, die meist rasch zur Heilung führt.

von  Sebastian Kruschwitz 13 Feb 2017
Die HydroTherapy, basierend auf nur zwei Präparaten – HydroClean zur Wundreinigung und -konditionierung im ersten Schritt sowie HydroTac zur Förderung von Granulation und Epithelisierung im zweiten Schritt – überzeugt nicht nur durch seine herausragende therapeutische Wirkung, sondern ebenso durch die problemlose Anwendung und Handhabung. Diese Effizienz zeigte sich auch bei nachfolgendem Fallbeispiel.

Dekubitus am Os sacrum, Kategorie II bis III

Ein 54-jähriger Patient mit der Diagnose Epiduralhämatom (Hirnblutung) rechts-hemisphäriell mit Mittellinienverlagerung und Zeichen der oberen Einklemmung aufgrund eines Schädel-Hirn-Traumas (SHT) mit Kalottenfraktur wurde durch seine schweren Schädigungen trotz umfangreicher chirurgischer Interventionen und intensivmedizinischer Therapie zum Wachkoma-Patienten mit Stuhl- und Harninkontinenz.

Seine komplette Immobilität führte bereits während des Klinikaufenthaltes zur Ausbildung eines Dekubitus am Os sacrum, Länge ca. 2,5 cm und Breite ca. 1,5 cm, der zwei unterschiedlich tiefe Läsionen aufwies [Aufnahmebefund am 18.11.2015, Abb.1]. Die Läsion auf 9 Uhr zeigte sich als kleiner, offener Ulkus ohne Fibrinbeläge als Kategorie II. Bei der Läsion auf 3 Uhr waren subkutanes Gewebe und Fibrinbeläge sichtbar, weshalb sie als Kategorie III eingestuft wurde. Die Wundumgebung war leichte gerötet.

Die Wundbehandlung begann mit HydroClean am 18.11.2015, wobei die unterschiedlichen Dekubitus-Kategorien keine Rolle spielten. Der Dekubitus wurde problemlos mit HydroClean ø 5,5 cm abgedeckt und mit dem Folienverband HydroFilm fixiert [Abb. 2]. Der Verbandwechsel erfolgte alle zwei Tage. Beim Verbandwechsel war keine zusätzliche Reinigung und Spülung erforderlich. Die Wundumgebung wurde durch ein Hautschutzpräparat gepflegt.

Am 1.12.2015 zeigt sich der Dekubitus auf 9 Uhr unter der HydroClean-Behandlung vollständig epithelisiert, der Dekubitus auf 3 Uhr wies noch Beläge am Wundgrund auf [3]. Da die Wundexsudation deutlich abgenommen hatte, wurde mit Schritt zwei der HydroTherapy – mit dem Schaumverband HydroTac – fortgefahren [4].

Die weitere Behandlung mit HydroTac gestaltete sich ebenso problemlos wie mit HydroClean. Der Verbandwechsel erfolgt alle drei Tage [5] und war weder für den Patienten noch für die Pflegekräfte belastend. Am 16.12.2015, nach nur 28 Tagen, war der Dekubitus vollständig epithelisiert. 

HydroTherapy – Dekubitus am Os sacrum
Fallbeispiel: Dekubitus am Os sacrum, Kategorie II bis III [1] Aufnahmebefund am 18.11.2015 mit Dekubitus auf 9 und 3 Uhr. [2] Wundversorgung mit HydroClean und Fixierung mit HydroFilm. [3] 1.12.2015: Dekubitus auf 9 Uhr epithelisiert, auf 3 Uhr noch Beläge. [4] Weiterbehandlung mit HydroTac, Verbandwechsel alle drei Tage. [5] Zustand des Dekubitus am 3.12.2015. [6] 16.12.2015: Vollständiger Wundverschluss nach nur 28 Tagen.

Der Autor: Sebastian Kruschwitz, Fachbereichsleitung Wundmanagement, Zentrum für Beatmung und Intensivpflege im „Storkower Bogen“, Berlin