Anlegen eines Pütter-Verbandes am Bein
Produkte & Anwendung

Pütter – für ein besseres Kompressionsmanagement

Die Kompressionstherapie ist bei phlebologischen Erkrankungen unverzichtbar. Die Bindenmaterialien der Pütter-Familie stellen sicher, dass indikationsbezogen gearbeitet, dem Patienten aber auch das Tragen des Verbandes erleichtert werden kann. 

von  der HARTMANN Online-Redaktion

Die Kompressionstherapie bei venösen Beinleiden ist keine Erfindung der Neuzeit. Die Bandagierung des Beines „von unten nach oben“ dürfte bereits in den frühen Hochkulturen praktiziert worden sein. Erste Hinweise finden sich in den Schriften des berühmtesten Arztes der Antike, Hippokrates von Kos (um 460 v. Chr.). Hier wird ein Klebeverband mit der Indikation erwähnt, „mit dem Verband das Blut nach dem oberen Teil des Körpers zu treiben“.

Heute ist die Wirksamkeit einer Kompression des Beines natürlich wissenschaftlich hinreichend belegt und der Kompressionsverband hat sich als unverzichtbare Therapiemaßnahme in der Behandlung von Venenleiden etabliert: sei es beispielsweise im Anschluss an ein Venenstripping oder in der konservativen, d. h. nicht chirurgischen Behandlung als alleiniger Therapiemaßnahme.

Wenngleich der therapeutische Nutzen unumstritten ist, gilt die Kompression des Beines allgemein als vernachlässigte Therapie. Ein Grund hierfür könnte sein, dass sowohl Ärzte als auch medizinisches Fachpersonal wenig Erfahrung im Anlegen von Kompressionsverbänden haben und auch die Kenntnisse über die Wirkungsweise verschiedener Kompressionsmaterialien eher gering sind.

Diesen Aspekten wurde bei der Entwicklung weiterer Pütter-Binden Rechnung getragen. Und so stehen unterschiedliche Bindentypen zur Verfügung, die ein indikationsgerechtes Arbeiten ermöglichen, einfach anzulegen sind und überdies den Patienten ausreichend Tragekomfort bieten.

Pütter – das Original für sehr starke Kompression

PütterPro 2 Verband
Pütter® – das Original für sehr starke Kompression, kräftig und textilelastisch, 90 % Längselastizität

Die besonders kräftige Bindenqualität ergibt in Verbindung mit der gegenläufigen Verbandtechnik nach Pütter außerordentlich haltbare Verbände mit sehr starker Kompression. Diese bewirkt, dass der tätigen Muskulatur, zum Beispiel beim Gehen oder bei der Fußgymnastik, ein hoher Widerstand entgegengesetzt wird. So entsteht ein intensiver Arbeitsdruck, der die tiefen subfaszialen Venenbereiche erfasst und rasch entstauend wirkt. Durch den niedrigen Ruhedruck kann der Pütterverband auch nachts angelegt bleiben. Dies macht das „Püttern“ nicht nur therapeutisch, sondern auch wirtschaftlich attraktiv.

Die Pütterbinde besteht aus 100 % Baumwolle und ist atmungsaktiv. Sie wird deshalb auch von Patienten mit sensibler Haut gut vertragen. Bei einem venösen Ulkus empfiehlt sich allgemein als Hautschutz ein Stülpa-Unterzug.

PütterFlex – für mehr Beweglichkeit

Pütter Flex packung mit Binde
Pütter®Flex – für mehr Beweglichkeit, dünn und bi-elastisch, 90 % Längselastizität, 40 % Querelastizität

Die Kurzzugbinde PütterFlex ist längs- und querelastisch. Sie schmiegt sich dadurch dem Bein auch an schwierigen anatomischen Übergängen optimal an und gleicht dabei kleine Fehler beim Anlegen wie von selbst aus. Dies erleichtert insbesondere ungeübten Personen das korrekte Anlegen des Verbandes.

Mit PütterFlex ist auch die Patientencompliance deutlich höher, da das Tragen des Kompressionsverbandes aus PütterFlex als besonders bequem empfunden wird. Das spürbar dünnere, längs- und querelastische Material bietet deutlich mehr Beweglichkeit im Sprunggelenk, sodass die Bewegungsabläufe beim Gehen kaum behindert werden. Dies wiederum hilft, die Waden-Muskel-Pumpe beim Gehen zu aktivieren. Ebenso ist das Tragen von gewohntem Schuhwerk möglich, was für den Patienten von größter Wichtigkeit ist. Und auch das tägliche frische Anlegen des Kompressionsverbandes kann reduziert werden. Aufgrund des geringen Ruhedrucks muss der Verband nachts nicht abgenommen werden.

HydroTherapy und Pütter

Bei der Behandlung des Ulcus cruris venosum sichert die HydroTherapy mit nur zwei Präparaten – HydroClean und HydroTac – eine gründliche Reinigung, fördert den Aufbau von Granulationsgewebe und unterstützt die Epithelisierung für einen schnelleren Wundverschluss.

Ist durch eine ABPI-Messung (ankle-brachial pressure index) eine Kompressionstherapie abgesichert und möglich, gilt die Empfehlung: Ist in der Reinigungsphase eine tägliche bzw. zwei- bis dreitägige Wundversorgung erforderlich, werden Pütter oder PütterFlex verwendet. In der Granulationsphase kommt PütterPro 2 zur Anwendung, der bis zu sieben Tagen hält. Grundsätzlich können Pütter, PütterFlex und PütterPro 2 durch ihr Kurzzug-Kompressionsverhalten in allen Phasen der Wundheilung eingesetzt werden.

HydroTherapy und Pütter

PütterPro 2 – einfach anzulegen, bis zu 7 Tage tragbar

Pütter Verband
PütterPro 2 – einfach anzulegen, bis zu 7 Tage tragbar, kohäsiv und latexfrei, ohne Schere von Hand abzureißen

Das 2-Komponenten-Kompressionssystem besteht aus einer Polsterbinde mit den Eigenschaften einer Kurzzugbinde und einer Kompressionsbinde mit langem Zug. Die Polsterbinde aus 100 % PES-Nadelvlies mit einer Dehnbarkeit von 80 % sorgt für die Steifigkeit des Verbandes und das feste Widerlager für die Muskulatur bei Bewegung des Patienten. Daraus ergibt sich – wie bei Kurzzugbinden – ein guter Arbeitsdruck mit niedrigem Ruhedruck.

Die kohäsive Kompressionsbinde aus 84 % Polypropylen und 16 % Elastan mit einer Dehnbarkeit von 150 % hat als definierte Langzugbinde die Aufgabe, die aktiv wirksamen Druckverhältnisse der Kurzzug-Polsterbinde über längere Zeit aufrechtzuerhalten. Aus dem Zusammenspiel der beiden Bindentypen entsteht ein optimales kurzzügiges Kompressionssystem – PütterPro 2 – das über sieben Tage ohne Wirkungsverlust angelegt bleiben kann.

Die einfache Anlegetechnik ohne komplizierte Wickeltechnik und ohne weitere Hilfsmaterialien bietet dabei beste Voraussetzungen, dass weitaus mehr Venenpatienten als bisher von einer Kompressionstherapie profitieren. Gefördert wird aber auch die Compliance durch die guten Trageeigenschaften von PütterPro 2.

Polsterbinde am Fuß unter Einbeziehung der Ferse ohne Zug anwickeln [1], dann am Unterschenkel unter vollem Zug mit 50 % Überlappung spiralförmig weiterwickeln. Evtl. die Dehnung an Anatomie / Pathophysiologie des Patienten anpassen. Rest der Binde abreißen [2].

Kohäsive Kompressionsbinde wie Polsterbinde anwickeln [3 / 4]. Um optimalen Druck zu erreichen, jeweils ein Stück der Binde abrollen und während der Anlage um ca. ein Drittel der Länge dehnen. Zur sicheren Haftung fertigen Verband am ganzen Bein vorsichtig festdrücken.

PütterPro 2 anlegen