Roland Berger: Krankenhaus-
studie 2017 zeigt klare Trends

Die Roland Berger-Krankenhausstudie untersucht die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser. Die Trends 2017 zeigen: Mehr Umsatz, weiteres Wachstum – aber die wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser hat sich nach einer Erholung 2015 im Jahr 2016 wieder verschlechtert.

von  der HARTMANN Online-Redaktion
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten 40% der befragten Krankenhäuser keinen Überschuss erwirtschaften. Auch für das laufende Geschäftsjahr 2017 gehen die Krankenhausmanager von einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation aus. Mittelfristig sehen mehr als 60% von ihnen trübere wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Die Digitalisierung wird deshalb vielfach als Chance gesehen. Knapp 90% der Manager geben an, eine Digitalisierungsstrategie zu haben.

Die Kehrseite: 64% der deutschen Krankenhäuser wurden schon einmal Opfer eines Hackerangriffs. Zur Abwehr wird vor allem auf die Verbesserung der Firewalls, Notfallkonzepte und die Aufklärung der Mitarbeiter/Mitarbeiterschulungen gesetzt. Den meisten Häusern fehlen allerdings die (öffentlichen) Mittel, um zu investieren.

Mehr als 60% der befragten Krankenhäuser befinden sich nach eigener Aussage in einer Phase der umfangreichen Ergebnisverbesserung. Die größten Potenziale sehen die befragten Krankenhausmanager in der strategischen Ausrichtung ihres Hauses.

Nur knapp 60% der Krankenhäuser setzen Digitalisierungsmaßnahmen im Rahmen ihrer Ergebnisverbesserung ein – gegenüber 70% im Vorjahr. Allerdings erzielen die Krankenhäuser zunehmend signifikante wirtschaftliche Wertbeiträge durch Digitalisierung.

Investieren wollen die Krankenhäuser besonders in Fachbereiche mit einem hohen Anteil an älteren Patienten. Knapp 60% der Krankenhäuser verfügen jedoch nicht über ausreichende Investitionsmittel – 90% begründen dies mit nicht ausreichenden Fördermitteln der Bundesländer.

Als größte Herausforderung sehen Krankenhäuser den zunehmenden Fachkräftemangel sowie den anhaltend hohen Investionsbedarf. Sowohl der steigende Qualitätswetbewerb als auch die zunehmende Digitalisierung werden als Chancen gesehen.

Zur Studie, die bereits zum dritten Mal durchgeführt wird, hat Roland Berger im Mai 2017 die Vorstände und Geschäftsführer/innen der 500 größten Krankenhäuser in Deutschland befragt. Die Teilnehmer haben unterschiedliche Umsatzgrößen, Versorgungsstufen und Trägerschaften, die Studie basiert also auf einer heterogenen Stichprobe. Ein Sonderthema der Krankenhausstudie 2017 ist der Trend hin zur Ambulantisierung.