Pflegepreis 2017

HARTMANN zeichnet Konzepte für erfolgreiches Entlassmanagement aus

von  der HARTMANN Online-Redaktion
In Berlin ist am 14. März 2018 der HARTMANN Pflegepreis 2017 verliehen worden. Kliniken, Einrichtungen der stationären Altenpflege und ambulante Träger im Gesundheitswesen waren aufgerufen, ihre Konzepte für ein professionelles und patientenorientiertes Entlassmanagement zu präsentieren. Dabei zeigte sich: Pflegefachkräfte treiben hier Verbesserungen intensiv voran. Aus zahlreichen Einsendungen kürte eine unabhängige Jury aus Fachleuten der Branche die drei besten Arbeiten. Was sie alle verbindet, ist ihre Praxistauglichkeit und dass sie das Leben von Menschen verändern können.

Vermeidung des „Drehtüreffekts“ im Vordergrund

Der Zeitpunkt, zu dem ein Patient das Krankenhaus verlässt, ist sehr kritisch, besonders wenn er älter ist oder an chronischen Erkrankungen leidet. Zur Entlassung kommt es heutzutage aufgrund des Strukturwandels in der Krankenhaus-Landschaft immer früher. Doch auskuriert sind die Krankheiten am Entlassungstag mitnichten. Viele Patienten haben weiteren Pflegebedarf, den sie aber alters- und krankheitsbedingt unmöglich alleine organisieren können. Seit Mitte 2017 gelten neue gesetzliche Regelungen, die Krankenhäuser dazu verpflichten, jedem Patienten ein individuelles Entlassmanagement anzubieten, das klar regelt, wie die Weiterbehandlung ambulant fortgeführt werden kann. Denn eines soll vermieden werden: der „Drehtüreffekt“, also die schnelle Rückkehr ins Krankenhaus aufgrund einer schlechteren oder nicht angeschlossenen Behandlung zuhause.

Konzepte zeigen ihre Wirkung in der Praxis

Pflegepreis Saal von oben
Der HARTMANN Pflegepreis wurde am 14. März in Berlin verliehen.
Aber wie kann ein Entlassmanagement organisiert werden, das einerseits die Anschlussversorgung des Patienten aus dem Krankenhaus verlässlich organisiert, aber andererseits die fachlichen und organisatorischen Strukturen eines Krankenhauses sowie von ambulanten Pflegediensten und Pflegeheimen nicht überfordert? Genau um diese Frage ging es beim HARTMANN Pflegepreis 2017. Der Preis gehört zu den fünf Kategorien des Deutschen Pflegepreises, der die höchste nationale Auszeichnung in der Pflege darstellt.

Die Preisträger

„Strukturierte Implementierung des Entlassmanagements mit vorhandenen Ressourcen“: Abteilung Innere Medizin III des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Trier ausgezeichnet (dotiert mit 3.000 €)

Dem Patienten wird ein strukturiertes und dokumentiertes pflegerisches Entlassungsgespräch angeboten. Hierfür entwickelte ein Projektteam eine Checkliste, damit die Pflegefachkräfte einen Leitfaden für die Kommunikation mit dem Patienten haben. Für die Gesprächsführung wurden die Mitarbeiter umfassend geschult. Unter dem Motto „Auf was Sie achten müssen und sollen“ erstellten Experten Flyer zu den häufigsten Krankheitsbildern. Diese Informationen werden den Patienten überreicht. Zudem gibt es Pflegesprechstunden.

„Aufbau einer Vernetzung mit dem nachstationären Bereich“: Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer (dotiert mit 2.000 €)

Der Patient hat feste Ansprechpartner. In der Onkologie bekommt er eine Pflegefachkraft zugewiesen. Täglich gibt es eine Pflegevisite. Der Patient kann die Fachkraft auch nach dem Klinikaufenthalt bei Problemen anrufen. Zudem erhält jeder Patient einen Pflegeordner mit relevanten Informationen. Die Fachkraft steht in ständigem Kontakt mit dem Klinischen Sozialdienst und dem Case Management. Für den Patienten werden Folgetermine koordiniert und organisiert. Auch gibt es Hilfe etwa beim Ausfüllen von Anträgen.

„Niemand bleibt allein: Entlassmanagement von Senioren, die in verdeckter Armut leben“: Karl-Heinz-Howe-Simon-Fiedler-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Krankenhaus Kiel (dotiert mit 1.000 €)

Bedürftige und alleinlebende Senioren werden nach einem Krankenhausaufenthalt beim Übergang in den häuslichen Alltag begleitet. Zunächst besucht eine Mitarbeiterin der Stiftung den Patienten in der Klinik und bespricht mit ihm, was er im Einzelnen daheim benötigt. Später wird der Patient mit seinem Einverständnis auch in seiner Wohnung besucht, um vor Ort zu sehen, in welchen Bereichen er Unterstützung braucht. Die Stiftung arbeitet dabei eng mit dem Krankenhaus im Entlassmanagement zusammen.

Möchten Sie die drei Arbeiten im Original als PDF erhalten? Dann senden Sie einfach eine E-Mail an pflegepreisgewinner@hartmann.info.

Pflegepreis Übergabe Urkunden

Pflege nimmt Veränderungen selbst in die Hand

Die drei prämierten Projekte zeichnen sich durch eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit aus. Mediziner und Pflegefachkräfte kommunizieren und arbeiten auf Augenhöhe – zum Wohle jedes einzelnen Patienten. Die Kranken werden beim Übergang in die außerklinische Versorgung nicht alleine gelassen, sondern aktiv unterstützt. „Die ausgezeichneten Projekte sind praxiserprobt und zeigen, wie professionelles Entlassmanagement gelingen kann – denn wir wissen um den Aufwand für die Kliniken“, sagt Dr. Chima Abuba, Geschäftsführer von PAUL HARTMANN DEUTSCHLAND. Mit der Auszeichnung setzt HARTMANN zudem ein Zeichen für die Aufwertung des Pflegeberufs in der Gesellschaft und seine Anerkennung als gleichwertige Profession zu anderen Berufsgruppen im Gesundheitswesen. „Die Pflege ist dabei, sich neu definieren. Dies zeigt sich auch an den Konzepten. Der Impuls kam von den Pflegefachkräften, die Veränderungen vorantreiben“, betont Abuba. HARTMANN sieht die Pflege als gleichwertige Profession zu anderen Berufsgruppen im Gesundheitswesen. „Wir unterstützen Pflegefachkräfte in ihren Forderungen nach einer leistungsgerechten Vergütung, mehr Eigenverantwortlichkeit, besseren Ausbildungsmöglichkeiten und für ein stärkeres Mitspracherecht – denn Pflege ist das erfolgskritischste Thema für die Zukunft“, so Abuba abschließend.

Die Jury

  • Barbara Glasmacher, Abteilungsleiterin Case Management / Sozialdienst, Klinikum Dortmund
  • Suzanne Matthiä, Assistentin der PDL, Kliniken Köln
  • Michael Wipp, Leiter Ressort Qualitätsmanagement, EMVIA Living
  • Ulrike Döring, Diplom-Pflegewirtin (FH), Vorsitzende des EFAKS, Lehrbeauftragte Evangelische Hochschule Darmstadt
  • Barbara Friesel, Pflegewissenschaftlerin, PAUL HARTMANN AG

Über die HARTMANN GRUPPE

Die HARTMANN GRUPPE ist einer der führenden europäischen Anbieter von Medizin- und Hygieneprodukten mit den Kompetenzschwerpunkten Wundbehandlung (z.B. Wundauflagen, Unterdruck-Wundtherapie, Fixierbinden, Pflaster), Inkontinenzversorgung (z.B. Einweg-Inkontinenzslips und -einlagen sowie Produkte zur Hautpflege bei Inkontinenz) und Infektionsschutz (z.B. OP-Komplettsets, OP-Bekleidung, OP-Einweginstrumente und Desinfektionsmittel). Ergänzt wird das Portfolio durch Produkte für die Kompressionstherapie, Erste Hilfe sowie Pflege- und Kosmetikprodukte. Darüber hinaus bietet HARTMANN innovative Systemlösungen für professionelle Zielgruppen im Medizin- und Pflegebereich. Weltweit ist das Unternehmen mit Sitz in Heidenheim, dessen Schwerpunktmarkt Europa ist, mit eigenen Gesellschaften marktnah aufgestellt. Im Jahr 2017 erwirtschafteten 10.764 Mitarbeiter in der HARTMANN GRUPPE einen Umsatz von 2,06 Mrd. EUR.

Die PAUL HARTMANN AG in Heidenheim/Deutschland ist das Herz der Unternehmensgruppe. Sie gehört zu den ältesten deutschen Industriebetrieben und geht auf eine 1818 von Ludwig von Hartmann gegründete Textilfabrik zurück. 1873 begann unter dessen Sohn Paul Hartmann die Produktion von Verbandwatte, später wurde das Unternehmen weltweit zum Flaggschiff einer expandierenden Verbandstoffindustrie. Zur HARTMANN GRUPPE gehören neben zahlreichen Vertriebsgesellschaften im Ausland u.a. BODE Chemie (Hamburg), Karl Otto Braun (Wolfstein), Sanimed (Ibbenbüren) sowie KNEIPP (Würzburg).

Pressekontakt:

Philipp Hellmich

PAUL HARTMANN AG

Tel.: +49 7321 36 1313

E-Mail: philipp.hellmich@hartmann.info