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Das Wissen dahinter

Compliance. Es ist kompliziert.

Einfachheit liegt im Kern der Lösungen von HARTMANN. Zum Beispiel wissen wir, dass es möglich ist, bestimmte Infektionen durch ordnungsgemäße Handhygieneverfahren um bis zu 40 Prozent zu reduzieren. Aber wenn es so „einfach“ ist, warum ist es dann so schwer.

Der richtige Umgang mit Hygiene

Laut American Centers for Disease Control and Prevention (CDC) müssen Mitarbeiter im Gesundheitswesen, abhängig von der Anzahl an Patienten und der Intensität der Pflege, ihre Hände bis zu 100-mal in einer 12-Stunden-Schicht waschen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist jedoch der Meinung, dass Compliance-Quoten „meistens weit unter“ 40 Prozent liegen. Dies ist häufig auf verschiedene Hürden wie Zeitdruck, Mangel an Ressourcen (besonders in Entwicklungsländern) sowie die korrekte Ausführung von Arbeitsabläufe zurückzuführen. Manche Experten bezeichnen dies als ein „one-size-fits-all“ Handhygieneverfahren.

Auf der ganzen Welt kämpfen medizinische Krankenpfleger, Krankenschwestern und medizinische Fachkräfte denselben Kampf, mit beiden Händen, aber es funktioniert nicht. Wie kann es sein, dass eine „einfache“ Lösung so schwer sein kann, gerade zu einem Zeitpunkt, wo wir diese mehr denn je benötigen?

Die Geburt einer einfachen Lösung

Ignaz Semmelweis Pionier der Desinfektion
„Das Jahr 1847 stellte einen Wendepunkt für die Handhygiene dar“, sagte Dr. Gian Carlo Sciuchetti, Managing Director der BODE Chemie GmbH und des zugehörigen BODE SCIENCE CENTER, des wissenschaftlichen Kompetenzzentrums von HARTMANN. „In diesem Jahr entdeckte der Arzt Ignaz Semmelweis, dass durch Händewaschen das Leben von Müttern nach einer Geburt gerettet werden konnte. Das war der Ausgangspunkt dafür zu verstehen, wie sich die Ausbreitung von Infektionen stoppen lässt.“

Fast 170 Jahre später steht das Gesundheitswesen jedoch vor einer deutlich größeren Herausforderung.

Die schnelle Ausbreitung resistenter Bakterien gefährdet die Wirksamkeit von Antibiotika [1] und steigert somit nur den dringlichen Bedarf an besseren Verfahren zur Hand- und Oberflächendesinfektion. Schätzungen gehen von durchschnittlich mehr als 1,4 Millionen Fällen von Krankenhausinfektionen (HAI, Hospital acquired infections) aus. In Wirklichkeit ist diese Zahl wahrscheinlich deutlich höher [2]. Laut Europäischem Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC, European Centre for Disease Prevention and Control) führen Infektionen durch Bakterien, die gegen antimikrobielle Stoffe resistent sind, jährlich zu etwa 25.000 Todesfällen in der EU. Glücklicherweise kümmern sich nationale Initiativen wie „AKTION Saubere Hände“, globale Richtlinien wie die „5 Indikationen der Händedesinfektion“ der WHO und der HARTMANN Geschäftsbereich Desinfektion darum, dass Handhygieneverfahren und die Einhaltung der Handhygienevorschriften verbessert werden können.

Als Wissenschaft und Compliance zusammentrafen

Handhygiene Compliance Evolution der Haendehygiene
Forschungen zeigten uns, dass es Raum für Verbesserung gab. Wir wussten, dass entsprechend der Empfehlung der WHO ein multimodaler Ansatz am besten geeignet war“, erläuterte Dr. Gian Carlo Sciuchetti. „Wir wollten den Ansatz jedoch einfach und individuell halten.“

HARTMANNs multimodaler Ansatz zur Händehygiene-Compliance im Krankenhaus wurde 2013 in Spanien gestartet. Das Projekt wurde IMPULSA genannt. Laut Dr. Gian Carlo Sciuchetti konzentrierte sich das Programm auf das Aufstellen von Geräten sowie auf Schulungen darüber, wie und wann die Hände desinfiziert werden müssen.

„Außerdem wollten wir Feedback aus der klinischen Praxis haben“, so Dr. Gian Carlo Sciuchetti. „Auf diese Weise konnten die Fachkräfte ihre eigenen Compliance-Fortschritte messen. Und jetzt haben wir sogar eine eHealth-Anwendung dafür.“
HARTMANN Spanien Impulsa Desinfektion
Dr. Gian Carlo Sciuchetti
Wenn man den spanischen Begriff „impulsar“ genau übersetzt, bedeutet er „drücken“ oder „nach vorn bewegen“. Und genau das passiert auch. Bis heute wurde das Programm in mehr als 150 weiteren spanischen Krankenhäusern gestartet. Darüber hinaus wurden mehr als 9000 medizinischen Fachkräfte sowie 24 Gruppen von medizinischen Fachkräften und Managern zum Thema Handhygiene geschult. 100 Krankenschwestern helfen landesweit bei der Bildung von Krankenhaus-Compliance-Teams. Heute ist das Konzept als The Evolution Concept bekannt.

„Wir erkennen die Herausforderungen, vor denen medizinische Fachkräfte jeden Tag stehen, wenn sie versuchen die Compliance-Quoten zu verbessern. Unser Hauptziel besteht darin, sie zu unterstützen“, sagte Dr. Gian Carlo Sciuchetti. „Sie sind wichtig für die Compliance und haben die Macht, ein gesamtes Krankenhausökosystem zu beeinflussen. Unsere Mission ist einfach: Wir helfen Ihnen, einen Schritt weiter zu gehen.“
1Vendola, C. Lee, (April 2015). ‘The Antibiotic Resistance Crisis. Part 1: Causes and Threats.’ US National Library of Medicine National Institutes of Health (NCBI). Retrieved from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4378521/
2The World Health Organization (WHO). ‘Evidence for Hand Hygiene Guidelines.’ WHO. Retrieved from: http://www.who.int/gpsc/tools/faqs/evidence_hand_hygiene/en/