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Bei HARTMANN

„Vergiss uns nicht“, sagte sie. Wie könnte ich das jemals?

Cristina Sansalvador von HARTMANN Spanien tauchte für eine Woche in ein ehrenamtliches Projekt in Gesundheitszentren im ländlichen Kenia ein. Das ist ihre Geschichte.

Cristina Sansalvador Portrait
Cristina Sansalvador

Ich begann meine Reise im kalten, europäischen Winter und landete mitten in der Hitze Kenias. Hier traf ich drei Kollegen von HARTMANN: Inkontinenzberaterin Anna aus Großbritannien, Jan aus Deutschland, der als Chemiker und Forscher in unserem Geschäftsbereich Desinfektion arbeitet, sowie Niki, verantwortlich für Marketing und Vertrieb in Südafrika. Wir waren ein richtig multinationales Team!

Unsere Aufgabe bestand darin, die Hilfsorganisation CARE International in Gesundheitszentren in zwei kleinen Gemeinden nahe des Viktoriasees bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Diese Region gehört zu den ärmsten Gegenden Kenias. Malaria ist hier weit verbreitet und die Sterblichkeitsrate von Müttern und Säuglingen hoch. Viele des medizinischen Gesundheitspersonals arbeiten auf ehrenamtlicher Basis und verfügen lediglich über einige grundlegende medizinische Kenntnisse. Medikamente und andere Ressourcen sind knapp.

Ein Versprechen halten

Ein Versprechen halten

Ich bin nach Kenia gereist, um ein Versprechen einzuhalten, das ich mir selbst gegeben hatte: ehrenamtliche Hilfsarbeit in Afrika zu leisten.

Vor ein paar Jahren bin ich zum ersten Mal nach Kenia gereist. Es war für mich zwar eine Urlaubsreise, ich hatte aber während dieser Zeit die Gelegenheit, eine Schule für Waisenkinder zu besuchen. Was für mich hängengeblieben ist, war zu sehen, wie schwierig es für die Menschen dort ist, Medikamente oder einfach nur genug zu essen zu bekommen.

Deshalb habe ich mir bei meiner Abreise damals selbst versprochen, eines Tages zurückzukehren und meinen Beitrag zu leisten, egal in welcher Form. Damals hatte ich noch keine konkrete Vorstellung, was das sein sollte, ich wusste nur, dass ich irgendetwas tun wollte.

Als ich dann erfuhr, dass HARTMANN Mitarbeiter suchte, die sich in einem ehrenamtlichen Projekt in Kenia engagieren wollten, bewarb ich mich sofort und freute mich riesig, als ich schließlich ausgewählt wurde.

Ressourcen maximal nutzen

Cristina Sansalvador, Jan Schröder and Anna Francis-Jones teaching in Kenia
Cristina Sansalvador (in der Mitte) macht einen Workshop mit ihrer Kollegin Anna Francis-Jones (rechts)

Ressourcen maximal nutzen

Es fühlte sich absolut richtig an, nach Kenia zurückzukehren. Meine Aufgabe bestand darin, ehrenamtliche Helfer und Mitarbeiter in zwei Gesundheitszentren zu schulen, wie man Medikamenten und andere medizinische Produkten richtig verwaltet – vom Empfang und Lagern bis hin zur Abgabe an die Patienten.

Durch meine Arbeit als Pharmazeutin weiß ich, wie wichtig eine gute Logistik für Krankenhäuser und Kliniken ist. Die Gesundheitszentren in Kenia haben nur wenige Ressourcen zur Verfügung. Werden Produkte beschädigt, etwa durch hohe Temperaturen, oder läuft ihre Haltbarkeit ab, kann das die Qualität in der Gesundheitsversorgung beeinträchtigen.

Da man sich Dinge viel besser merken kann, wenn man Spaß beim Lernen hat, habe ich mich gegen eine typische Präsentation mithilfe von Folien entschieden. Stattdessen habe ich mir ein paar Rollenspiele überlegt. Bei einem davon haben wir eine Situation nachgestellt, in der ein ehrenamtlicher Gesundheitsmitarbeiter einen Krankenbesuch bei einer Schwangeren macht. Es wurde sehr viel gelacht und diskutiert. Ich denke, so hat sich jeder die wichtigsten Punkte merken können.

Tipps von Müttern für Mütter

Cristina Sansalvador in Kenia
Cristina Sansalvador (rechts) beim Mutter-zu-Mutter-Einsatz.

Tipps von Müttern für Mütter

Eine der tollsten Erfahrungen während meines Aufenthalts in Kenia war es, an einer Mutter-Selbsthilfegruppe teilzunehmen.

Bei diesen Selbsthilfegruppen geht es darum, dass sich Frauen treffen und sich untereinander und mit einer Schulungsleiterin zum Thema Schwangerschaft, Geburt und Stillen austauschen. Nach sechs Monaten können sie eine Art Abschluss machen und selbst eine Mutter-Selbsthilfegruppe leiten und damit Nachbarinnen und Freundinnen unterstützen.

Agnes ist eine dieser Mütter. Sie erklärte mir, dass viele Mütter es vermeiden oder aufgegeben haben, zu stillen, weil sie nicht richtig darüber informiert wurden oder es ihnen nie richtig gezeigt wurde. Aus diesem Grund sind viele Babys unterernährt. Zudem müssen die Familien für ihre Babys Muttermilchersatz kaufen, was sie sich nicht wirklich leisten können. Agnes hat mir erzählt, wie die Selbsthilfegruppen Müttern dabei helfen, wieder zu stillen.

Eine unvergessliche Erfahrung

Eine unvergessliche Erfahrung

Ich habe auch ein paar Familien vor Ort in ihrem Zuhause besucht. Sie waren so gastfreundlich und haben offen über ihre Erfahrungen gesprochen. So konnten wir ein bisschen mehr über das Leben der Menschen dort erfahren, das sich von unserem Leben ja stark unterscheidet. Und trotzdem sind wir uns in unseren Sorgen und Hoffnungen doch ähnlich: das Wohl der Kinder, der eigenen Gesundheit; der Wunsch, die Welt ein bisschen besser zu machen.

Die Woche ging viel zu schnell vorbei. Ich habe von jedem, den ich getroffen habe, so viel gelernt. Das Letzte, das Agnes mir beim Abschied sagte, war: „Vergiss uns bitte nicht.“ Und ich weiß, dass ich das nie werde.