Mund- und Nasenmaske
Desinfektion

Erreger sicher auf Distanz halten

Um bei der Versorgung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten, wie z. B Lungenentzündungen oder Influenza, einer Infektion vorzubeugen, sind zusätzlich zur Basishygiene spezielle Maßnahmen notwendig. Eine zentrale Rolle spielt dabei u. a. die räumliche Unterbringung der Patienten. Was im Hinblick auf Isolierzimmer und Isolierstationen zu berücksichtigen ist, erläutert die KRINKO in ihrer neuen Empfehlung [1].

Patienten, Personal und Besucher vor übertragbaren Infektionskrankheiten schützen – das ist das zentrale Ziel der KRINKO-Empfehlung „Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten“. Mit ihrer 20-seitigen Empfehlung hat die KRINKO einen Leitfaden zu Hygienemaßnahmen veröffentlicht, die bei der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten erforderlich sind.

Neben einer kompakten Zusammenfassung der Basishygiene findet sich dort auch eine umfangreiche Darstellung der erweiterten, über die Basishygiene hinausgehenden Schutzmaßnahmen. Diese erweiterten Vorkehrungen zur Prävention leiten sich aus der Risikoanalyse ab.

Laut Empfehlung sind bei der Risikoanalyse und der Ableitung der notwendigen Maßnahmen folgende vier Faktoren entscheidend:

  1. der Übertragungsweg
  2. die Impfmöglichkeit und das Gefährdungspotenzial für Risikogruppen
  3. die persönliche Schutzausrüstung sowie
  4. die räumliche Unterbringung

Dabei rückt – u. a. vor dem Hintergrund des wachsenden Anteils der mit multiresistenten Erregern besiedelten Patienten – die räumliche Unterbringung zunehmend in den Fokus.

Einzeln oder gemeinsam

Abhängig von der Erkrankung und dem Zustand des Patienten ist entweder eine Einzelunterbringung erforderlich oder aber eine gemeinsame Isolierung mehrerer Patienten (Kohortenisolierung) möglich.
Eine Einzelunterbringung ist demnach vorzunehmen:

  • bei möglicher Übertragung des Erregers über Tröpfchen und Partikel aus der Luft
  • bei speziellen Krankheiten oder Krankheitsphasen, z. B. profusen Durchfällen
  • bei schwierig zu überprüfenden Übertragungswegen, z. B. Ektoparasiten
  • bei Patienten, denen es nicht möglich ist, der Basishygiene nachzukommen
Weisen mehreren Patienten den gleichen Erreger auf, kann eine Kohortenisolierung durchgeführt werden. In diesen Fällen sollten jedoch keine einschränkenden Bedingungen wie z. B. Immunsuppression oder die Möglichkeit einer Superinfektion vorliegen.

Anforderungen an Isolierzimmer

Oftmals reicht eine Standardunterbringung nicht aus, um einer Übertragung von ansteckenden Infektionen vorzubeugen. Vielmehr bedarf es einer isolierten Unterbringung der Patienten in speziell für diese Fälle vorgesehenen Räumlichkeiten. Denn eine wichtige Regel des Infektionsschutzes besteht darin, stets eine Distanz zwischen potenziell infektiösen und infektionsgefährdeten Personen herzustellen. Dementsprechend haben diese Räume mehrere Kriterien zu erfüllen. Grundsätzlich gilt: Isolierzimmer bzw. Isolierzimmer mit Vorraum sollten zur Einzelunterbringung genutzt werden können. Dazu gehört ein eigenes Bad mit direktem Zugang vom Patientenzimmer und einer Toilette mit Händedes-infektionsmittel-Spendern. Außerdem sollte das Isolierzimmer über einen ausreichend großen Eingangsbereich verfügen, sodass Schutzkleidung abgelegt und vor Verlassen des Zimmers ohne Kontaminationsgefahr entsorgt werden kann. Ein Isolierzimmer mit zusätzlichem Vorraum ermöglicht eine konsequente Trennung zwischen dem kontaminierten Patientenzimmer und dem nicht kontaminierten Außenbereich. Um seine Funktion als Trennungs- zone zu erfüllen, sollte der Vorraum jedoch groß genug für eine Trennung in eine reine und eine unreine Seite sein. Die KRINKO rät, Patienten mit Masern, Windpocken oder multiresistenter Tuberkulose vorzugsweise in solchen Isolierzimmern mit Vorräumen unterzubringen.

Isolierzimmer mit Vorzimmer

Stationen zur Isolierung

Behandeln bestimmte Fachdisziplinen in Krankenhäusern häufig kontagiöse Patienten, bietet sich die Einrichtung von Stationen mit mehreren Isolierzimmern an. Um reibungslose Arbeitsabläufe und damit einen zuverlässigen Infektionsschutz sicherzustellen, sollten die Stationen neben Isolierzimmern auch über eine Reihe weiterer Räume wie z. B. einen reinen und einen unreinen Pflege-Arbeitsraum verfügen.
Quelle: 1. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut, Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten, Bundesgesundheitsbl 2015 · 58:1151–1170.