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Mehr Lebensqualität bei
Inkontinenz schaffen!

Über 1100 Fachleute aus ganz Deutschland trafen sich im November zum 29. Kongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft in Dresden. Die Experten verschiedenster Bereiche einte ein Thema: Wie lässt sich Harn- und Stuhlinkontinenz effektiv behandeln?

von der HARTMANN Online-Redaktion

Inkontinenz ist eine Volkskrankheit. Es gibt in Deutschland über neun Millionen Betroffene. Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V. setzt sich seit 1987 für eine Verbesserung der Diagnose, Behandlung und Prävention ein – von Harn- und Stuhlinkontinenz sowie dem Einnässen beim Kind. Auch HARTMANN unterstützt als Förderkreismitglied seit vielen Jahren die Arbeit der Kontinenzgesellschaft.

„Die Frage, wie Patienten geholfen werden kann, damit sie mit ihrer Krankheit besser leben können, ist für uns zentral“, erklärt Professor Dr. Manfred Wirth. „Am Ende des Tages wollen wir Antworten darauf geben.“ Zusammen mit seiner Kollegin Professorin Dr. Pauline Wimberger - beide sind am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden tätig - setzten die beiden als Kongresspräsidenten den Fokus auf die Verbesserung der Lebensqualität. Während des zweitägigen Kongresses in Dresden wurde das Thema in zahlreichen Vorträgen, Diskussionen, Workshops, Seminaren und auf Fortbildungsveranstaltungen ganzheitlich betrachtet.

„Das therapeutische Ziel unserer Patienten haben wir erfolgreich in den Mittelpunkt gerückt und uns zusammen mit Urologen, Gynäkologen, Chirurgen, Neurologen, Pädiatern sowie Geriatern und Vertretern der Pflegeberufe, Physiotherapeuten, Urotherapeuten und Apothekern über moderne Forschungserkenntnisse ausgetauscht sowie etablierte Therapiemethoden diskutiert“, so Professorin Dr. Pauline Wimberger. „Denn nur gemeinsam können wir eine optimierte und effektive Versorgung der Betroffenen ermöglichen.“

Der Kongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft ist die größte Veranstaltung zum Thema Inkontinenz im deutschsprachigen Raum. 2017 ist für die Deutsche Kontinenz Gesellschaft ein ganz besonderes Jahr, denn genau vor 30 Jahren, im November 1987 wurde die Fachgesellschaft gegründet. Statt aber in Erinnerungen zu schwelgen, blickt die Gesellschaft Richtung (medizinischer) Zukunft. Lars Jäger von der Hochschule Fresenius in Köln erhielt den Nachwuchspreis für seinen Beitrag zur Erforschung der Motor Imagery bei Inkontinenzpatienten. Dabei wird untersucht wie die Vorstellung von Bewegungsabläufen gedanklich zur Verbesserung tatsächlicher Bewegungen, zum Beispiel beim Beckenbodentraining, beitragen kann. Für seine Untersuchung erhielt Herr Jäger den mit 1.500 Euro dotierten Nachwuchspreis.

Den Preis für den besten Beitrag des Kongresses teilen sich in diesem Jahr Dr. Anna Kolterer von der Universitätsfrauenklinik Dresden und Dr. Andreas Wiedemann vom evangelischen Krankenhaus in Witten. Dr. Kolterer zeigte mit ihrer Arbeit, dass die nervenschonende totale mesometriale Resektion (TMMR-Methode) zur operativen Therapie von Zervixkarzinomen im Gegensatz zu anderen sonst üblichen OP-Methoden keine relevanten Blasenfunktionsstörungen hinterlässt. In seinem Beitrag präsentierte Dr. Wiedemann die Ergebnisse einer offenen, multizentrischen, prospektiven und nicht-interventionellen Studie zur anticholinergen Belastung als Risikofaktor für ZNS-Nebenwirkungen bei überaktiver Blase. Demnach weisen rund 50 Prozent der Patienten über 65 Jahren bereits eine klinisch relevante, anticholinerge Belastung auf, die bei einer Therapie mit ZNS-gängigen, tertiären Aminen das Risiko von ZNS-Nebenwirkungen erhöht.

Unter www.kontinenz-gesellschaft.de finden Betroffene und Angehörige wertvolle Informationen, zertifizierte ärztliche Beratungsstellen, sowie Kontinenz- und Beckenbodenzentren in ihrer Nähe. Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft ist eine gemeinnützige, medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft. Durch regelmäßige Fortbildungs-Veranstaltungen trägt sie zudem maßgeblich zur Qualitätssicherung in der Behandlung und Beratung von Menschen mit Inkontinenz bei.