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Krank auf dem Land

Wie ist die Versorgung in der Fläche zu sichern?

Mit Anke Richter, Landesvorsitzende des Hausärzteverbands Westfalen-Lippe und Biggi Bender, Leiterin vdek-Landesvertretung Baden-Württemberg

Moderation: Rudy C. Meidl

von der HARTMANN Online-Redaktion

Der Trend ist eindeutig: Immer weniger Mediziner sind nach ihrem Studium bereit, sich als Vertragsarzt in unterversorgten Gebieten niederzulassen. Dabei gehen alle Prognosen davon aus, dass sich der Landarztmangel weiter verschärfen wird. Droht eine Unterversorgung der ländlichen Bevölkerung?

Dies betrifft besonders den hausärztlichen Bereich, denn nur jeder zehnte Medizinstudent ist an einer Weiterbildung zum Allgemeinmediziner interessiert. Kein Wunder also, dass nach offiziellen Angaben aktuell in Deutschland über 2.500 Hausärzte fehlen – vor allem im ländlichen Raum. Zwar hat die Politik in den letzten Jahren vielfältige Anreize zur Niederlassung in unterversorgten Gebieten gesetzt, doch eine wirkliche Entspannung der Situation ist nicht absehbar. Neue Versorgungsmodelle und -strukturen sind also gefragt.

Mit welchen Maßnahmen lässt sich eine gesicherte haus- und fachärztliche Versorgung auf dem Land gewährleisten und welche gesundheitspolitischen Herausforderungen müssen dafür gelöst werden? Dies sind die Fragen, die Sie nach den Impulsreferaten in dieser Expertenrunde diskutieren können.

Nachberichterstattung der Themenrunde erfolgt in Kürze.

Die Referenten
Anke Richter
Landesvorsitzende des Hausärzteverbands Westfalen-Lippe
Anke Richter

Der Hausärzteverband Westfalen-Lippe e.V. ist ein Zusammenschluss und die Interessenvertretung hausärztlich tätiger Ärztinnen und Ärzte in Westfalen-Lippe. Seit 2015 führt Anke Richter den Verband, der mit mehr als 3.000 Mitgliedern der drittgrößte der 17 Landesverbände des Deutschen Hausärzteverbandes ist. Die Fachärztin für Innere Medizin übernahm 2002 eine hausärztlich geführte Praxis und beschäftigt sich dort auch mit haus­ärztlicher Geriatrie und Palliativmedizin sowie der Behandlung von Menschen mit Mehrfachbehinderung. Mit ihrem Verband setzt sie sich für die Interessen ihrer Kollegen gegenüber Ärztekammern, Kassen­ärztlichen Vereinigungen, Krankenkassen und Landesministerien ein.

Biggi Bender
Leiterin vdek-Landesvertretung Baden-Württemberg
Biggi Bender

So beschreibt das Bundesgesundheitsministerium wichtige Elemente der bereits angestoßenen Konzepte. Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz traten 2015 Regelungen in Kraft, um „auch in Zukunft eine gut erreichbare medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten auf hohem Niveau sicherzustellen”. Insbesondere im ländlichen Raum wurden dafür finanzielle Anreize und verbesserte Arbeitsbedingungen geschaffen, um den Beruf des Landarztes attraktiver zu machen. Die Verantwortlichen vor Ort haben mehr Möglichkeiten, stärkere Anreize für eine Niederlassung von Ärzten in unterversorgten oder strukturschwachen Gebieten zu setzen, die Gründungsmöglichkeiten für medizinische Versorgungszentren ­wurden weiterentwickelt, die Zahl allgemeinmedizinischer Weiterbildungs­stellen wurde erhöht und die ärztlichen Vergütungen wurden angepasst.

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