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HydroTherapy & Co. in der Versorgung akuter Wunden

Eine adäquate Wundversorgung beinhaltet die Entscheidung, welche Wundauflagen den Prozess der Wundheilung am besten unterstützen. Mithilfe der HydroTherapy mit HydroClean und HydroTac sowie den ergänzenden Produkten Sorbalgon, Hydrosorb und Zetuvit Plus können akute Wunden entsprechend ihrem Entstehungsmechanismus optimal versorgt werden.

von der HARTMANN Online-Redaktion 28.08.2019

Entsprechend ihrem Entstehungsmechanismus lassen sich akute Wunden in traumatische und iatrogene Wunden unterscheiden [1].

Traumatische Wunden entstehen durch äußere, unterschiedlichste Kraft- und Gewalteinwirkung, durch Einwirkung von Hitze oder Kälte, gewebeschädigende Strahlen, Säuren oder Laugen. Traumatische Wunden stellen den Großteil aller Unfallverletzungen dar [1].

Die Art der traumatisierenden Einwirkung und das Ausmaß der Schädigung dienen der weiteren Klassifizierung in

  • mechanische Wunden wie Schürf-, Schnitt- und Stichwunden, Riss-, Quetsch-, Platz- und Schusswunden, sowie Ablederungen und Bisswunden [1],
  • thermische Verletzungen wie Verbrennungen (einschließlich Stromverletzung) und Erfrierungen [1],
  • chemische Verletzungen wie Verätzungen durch Säuren und Laugen [1],
  • strahlenbedingte Wunden [1].

Als iatrogene Wunden werden solche Wunden bezeichnet, die infolge operativer Eingriffe oder anderer diagnostischer bzw. therapeutischer Verfahren entstehen [1]. Hierzu gehören beispielsweise Inzisionen, Punktionen, Laserbehandlungen, Spalthautentnahmen oder auch Amputationen.

Weitere Entstehungsursachen

Auch bakterielle Einflüsse können als Entstehungsursachen von Wunden, die einer sachgerechten Behandlung bedürfen, in Frage kommen. Es handelt sich dabei um Abszesse und Furunkel, aber auch um die entzündliche Hauterkrankung Akne inversa oder eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Gesäßfalte (Rima ani) [2].

Defektwunden der Haut, die innerhalb von vier bis zwölf Wochen trotz fachgerechter Therapie keine Tendenz zur Heilung zeigen, werden laut dem DNQP-Expertenstandard als chronische Wunden bezeichnet. Sie können sich jederzeit aus einer akuten Wunde heraus entwickeln, so beispielsweise durch eine nicht erkannte persisitierende Infektion oder eine inadäquate Primärversorgung. In den überwiegenden Fällen stellen chronische Wunden jedoch das letzte Stadium einer fortschreitenden Gewebezerstörung dar, ausgelöst durch venöse, arterielle oder stoffwechselbedingte Gefäßleiden, Druckschädigungen, Strahlenschäden oder Tumoren [25].

Schürfwunde am Arm
Schürfwunde oder oberflächliche epitheliale Wunde, die narbenlos abheilt.
Fraktur mit Weichteilschädigung
Komplizierte Wunde, Fraktur mit erheblicher Weichteilschädigung.
Verbrennungen am Fußrücken
Verbrennung am rechten Fußrücken, verursacht durch Unfall mit heißem Wasser.
Schulter mit chronischer Haut-Weichteilwunde
adiogene Osteoradionekrose mit chronischer Haut-Weichteilwunde, zehn Jahre nach zuletzt erfolgter Bestrahlung.
Naht einer OP Wunde
OP-Wunde mit Naht, versorgt mit Hydrofilm.
Akne inversa beidseitig axillär mit kleineren Voroperationen, Fisteln und Verwachsungen.
Akne inversa beidseitig axillär mit kleineren Voroperationen, Fisteln und Verwachsungen.

Ziele der Wundversorgung bzw. -behandlung

Ziel jeder Wundversorgung bzw. -behandlung ist es, den Organismus dabei zu unterstützen, frühestmöglich eine funktionsgerechte Regeneration bzw. Reparation des geschädigten Gewebes herbeizuführen. Grundsätzliche Maßnahmen dazu sind [1,2]:

  • Anamnese / Evaluierung der Wunde hinsichtlich Verletzungsart / Entstehung, Lokalisation, Alter und Zustand sowie eventueller Begleitverletzungen (Gefäße, Sehnen, Nerven, Knochen) und Grunderkrankungen.
  • Eliminierung der Keimbesiedelung und der sie begünstigenden Faktoren (Fremdkörper, Schmutz, zerstörtes Gewebe) durch ein gründliches Débridement.
  • Wundverschluss je nach Wundgegebenheiten durch Primärnaht oder verzögerte Primärnaht bzw. durch Haut- oder Lappentransplantation bei offener Sekundärheilung.

Insbesondere gilt es, die Wundinfektion als die schwerwiegendste Wundheilungsstörung zu vermeiden. Jede noch so kleine traumatologische Wunde ist als bakteriell kontaminiert anzusehen [2]. Ob es zur Infektion kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die zumeist durch entsprechende Maßnahmen im Rahmen der Wundversorgung bzw. -behandlung beeinflusst werden können.

Bei der Wundversorgung wird – abgesehen von Bagatellverletzungen – aus praktischen Gründen in eine provisorische und definitive Wundversorgung unterschieden, auch als Erst- und Primärversorgung bezeichnet [1,2].

Die Versorgung traumatisch bedingter, akuter Wunden [25]

Schaubild Versorgung traumatisch bedingter Wunden

Provisorische Wundversorgung

  • Erste-Hilfe-Maßnahmen zur Blutstillung (Hochlagern des verletzten Körperteils, Kompressionsverband auf der Wunde, nur bei stärksten Blutungen ggf. abbinden) [2].
  • Anlegen eines sterilen Notverbandes als Infektionsschutz und für den Transport. (Der korrekt angebrachte Not- bzw. Kompressionsverband verbleibt bis zur definitiven Wundversorgung auf der Wunde. Blutet der Verband durch, wird die Wunde mit weiteren Kompressen oder Verbandmull abgedeckt bzw. umwickelt) [2].
  • Ggf. Ruhigstellung der verletzten Körperteile bzw. Gliedmaßen zur Schonung der Wunde, aber auch zur Unterstützung der Schmerzbekämpfung [2].

Hinweis: Bei schweren Verletzungen mit Schockgeschehen hat die sofortige Einleitung der Schockbehandlung mit Stabilisierung der Vitalparameter immer Vorrang vor der provisorischen Wundversorgung [1,2]. Bei starken Blutverlusten ist die Blutstillung jedoch immer Teil dieser Maßnahmen [1,2].

Definitive Wundversorgung

Die definitive Wundversorgung oder auch Primärversorgung erfolgt je nach Schwere der Verletzung in der ärztlichen Praxis, beim niedergelassenen Chirurgen oder in der Klinik. Sie folgt chirurgischen Behandlungsgrundsätzen und umfasst [1,2]:

  • Wundrevision unter ausreichender Schmerzausschaltung (Verifizierung vermuteter Fremdkörper, Prüfung von Durchblutung, Motorik und Sensibilität [DMS], röntgenologische bzw. neurologische Untersuchungen bei Frakturen oder Verdacht auf Nervenverletzungen, Schädel-Hirn-Beteiligung usw.).
  • Débridement für eine möglichst gut durchblutete und keimarme Wunde (beispielsweise: Wundspülung mit Ringerlösung, Wundrandexzision nach Friedrich, um glatte Wundränder zu schaffen und bakteriell kontaminiertes Gewebe zu entfernen – möglichst nicht bei Finger- und Gesichtsverletzungen, sofortige gefäßchirurgische Versorgung bei verletzten Gefäßen).

Ganz allgemein entspricht das Débridement der Wunde einem anspruchsvollen chirurgischen Eingriff und erfordert von den Ausführenden ein subtiles Vorgehen, basierend auf soliden anatomischen Kenntnissen [2].

Der Wundverschluss

Mit Art und Umfang des Wunddébridements fällt auch die Entscheidung über den Wundverschluss [1,2]:
Primärer Wundverschluss

Ein primärer Wundverschluss durch Naht, Klammern, Wundnahtstreifen oder Wundkleber ist möglich, wenn sich die Wundränder spannungsfrei adaptieren lassen und sichergestellt ist, dass die Wunde sauber oder zumindest keimarm ist.

CAVE!

Eine Wunde darf niemals unter Spannung verschlossen werden! [2]

Zur postoperativen Wundversorgung eignen sich selbsthaftende Wundschnellverbände, Wundpflaster und Folienverbände, bei stärkeren Nachblutungen Saugkompressen. Informationen zu diesen Verbandmitteln, die auch bei der Erstversorgung gute Dienste leisten.

Verzögert primäre Wundverschluss

Der verzögert primäre Wundverschluss wird insbesondere bei Wunden mit hoher Infektionsgefährdung bzw. schweren Weichteilverletzungen angewandt. Die Wunde wird zunächst débridiert, dann aber zur Beobachtung einige Tage mit sterilen, feuchten Verbänden bzw. durch Tamponaden offengehalten. Dadurch wird die Perfusion verbessert und die Gefahr der Ausbreitung einer Infektion minimiert. Zeigen sich keine Infektionsanzeichen, kann die Wunde, ohne Anfrischung der Wundränder, durch Naht verschlossen werden. Meist geschieht dies zwischen dem 4. bis spätestens 7. Tag nach der Verletzung, bevor sich Granulationen gebildet haben.

Zum Offenhalten der Wunde eignen sich tamponierbare, hydroaktive Wundauflagen wie HydroClean Cavity und Sorbalgon.

Sekundärer Wundverschluss

Ein sekundärer Wundverschluss erfolgt nach frühestens acht Tagen und erst dann, wenn sich Granulationsgewebe am Wundgrund gebildet hat. Meist ist dazu eine Mobilisierung der Wundränder erforderlich. Ist eine solche nicht möglich, kann der Defekt auch plastisch gedeckt werden. Liegen komplexe Defekte vor, sind Rekonstruktionen des Weichteilmantels durch die Verfahren der plastischen Chirurgie unumgänglich.

Konditionierung des Wundgrundes

Zur Konditionierung des Wundgrundes eignen sich wiederum tamponierbare, hydroaktive Wundauflagen wie HydroClean cavity und Sorbalgon. Ist ggf. ein Wundverschluss durch Spontan­epithelisierung möglich, empfiehlt sich im Anschluss an die Konditionierung mit HydroClean [3,8,9,10,11] eine Förderung der Epithelisierung durch HydroTac [4,5,6].

Der Wundverband bei akuten Wunden

Je nach ihrer Entstehung heilen Wunden primär oder sekundär.

Die primär heilende Wunde stellt dabei wenig Anforderungen an einen Wundverband. Die glatten Wundränder werden mit einer Naht verbunden, die Heilung läuft im Verborgenen ab. Der Wundverband hat dabei lediglich Schutzaufgaben.

Bei sekundärer Wundheilung muss zur Defektfüllung Granulationsgewebe aufgebaut werden, das dann als „Bett“ für die anschließende Epithelisierung oder eine plastisch-chirurgische Deckung dient.

Damit sich aber Granulationsgewebe entwickeln kann, muss die Wunde erst sauber, infektfrei und gut durchblutet sein, was im Falle der traumatisch bedingten Wunde in der Regel durch die chirurgischen Maßnahmen der Wundrevision und des Wunddébridements zu erreichen ist.

Die Wundheilungsvorgänge laufen bei der Sekundärheilung also „offen“ ab. Der Wundverband muss deshalb wie eine Ersatzhaut wirken und wesentliche Aufgaben einer intakten Haut übernehmen. Dazu zählen der Schutz

  • vor mechanischer Irritation wie Druck, Stoß oder Scheuern,
  • vor Sekundärinfektionen,
  • vor Austrocknung und Verlust von Körperflüssigkeiten (Elek­trolytverlust) sowie
    vor Wärmeverlust.

Darüber hinaus beeinflusst der Wundverband aber auch das Heilungsgeschehen in allen Phasen:

  • Durch die Aufnahme von überschüssigem, mit Detritus, Fremdkörpern und Keimen belasteten Exsudats unterstützt der Wundverband die körpereigenen (autolytischen) Reinigungsmechanismen und trägt damit zur Infektionsbekämpfung bzw. -prophylaxe bei.
  • Durch Schaffung eines ausgewogen feuchten Wundmilieus wird die Bildung von Granulationsgewebe und Epithel angeregt, wodurch sich gute Voraussetzungen für eine rasche Wundkonditionierung ergeben.
  • Durch atraumatische, d. h. nicht mit der Wunde verklebende Wundauflagen wird zudem die für die Heilung erforderliche Wundruhe sichergestellt. Wundheilungsstörendes „Zellstripping“ beim Verbandwechsel wird vermieden.

Nun erfüllen aber nicht alle Wundauflagen diese grundlegenden Anforderungen gleich gut. Und auch die große Anzahl der zur Verfügung stehenden spezialisierten Wundauflagen macht es Ärzten und Wundtherapeuten nicht gerade leicht, dasjenige Produkt zu finden, das indikations- und phasengerecht „passt“.

Bilderleiste Abheilungschritte einer Wunde
[9] Nach der Entfernung einer großen Hautblase unklarer Genese am rechten Unterschenkel wurde die Wundfläche mit HydroTac versorgt, um ein Austrocknen zu verhindern. Gleichzeitig musste aber auch Wundexsudat absorbiert werden, das gut von HydroTac aufgenommen wurde. Die Hautblase wurde am 04.02.2010 entfernt. Die Verbandwechsel erfolgten in der ersten Woche täglich. [10-12] Die Epithelisierung setzte zügig ein. Die Wundfläche war bereits 11 Tage später, am 15.02.2010, fast vollständig epithelisiert. Am 22.02.2010 war die Wunde komplett abgeheilt. (Kasuistik: Frans Meuleneire, Wundzentrum St. Elisabeth, Zottegem, Belgien)

Die Lösung: HydroTherapy für (fast) alle Fälle

Mit wenigen Ausnahmen ist die feuchte Wundbehandlung Goldstandard bei der Behandlung sekundär heilender, akuter und chronischer Wunden. Die HydroTherapy ermöglicht dabei mit nur zwei Präparaten – HydroClean und HydroTac – eine phasengerechte Feuchttherapie, die sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich einfach durchzuführen ist: von der Reinigung und Konditionierung bis zur Reeptihelisierung.

Mit HydroClean reinigen und konditionieren

Abbildung Hydroclean auf Wunde
HydroClean kann ohne zu verkleben über mehrere Tage auf der Wunde verbleiben. Damit reduziert sich die Verbandwechselhäufigkeit. Es werden Zeit und Kosten eingespart. Besonders wichtig aber ist: Dem Patienten bleiben Belastungen erspart, sei es durch Schmerzen beim Verbandwechsel oder häufige Arztbesuche.

Unter den hydroaktiven Wundauflagen nimmt HydroClean im Hinblick auf das Wirkungsprinzip eine Sonderstellung ein. Durch einen Saugkern aus wirkstofffreiem und chemisch inertem Superabsorber (SAP), der mit Ringerlösung getränkt ist, verfügt HydroClean über einen einzigartigen Saug-Spül-Mechanismus [8,9,10,11,12], der zahlreiche Wirkungen hat:

  • aktive Reinigung und schnelle Nekrosenablösung [3,8,9,10,11]
  • Reduzierung der Bakterienlast [13,14,15]
  • Reduzierung bzw. Hemmung exzessiver Proteaseaktivitäten (MMPs) [5,7]
  • Unterstützung des autolytischen Débridements
  • Aufrechterhaltung eines ausgewogen feuchten Wundmilieus.

Sobald die Wundheilungshemmenden Faktoren entfernt sind, d. h. die Wunde von (Rest-) Nekrosen und Belägen gereinigt ist, sind die Voraussetzungen zum Aufbau von Granulationsgewebe gegeben und proliferative Zellen können in das Wundgebiet einwandern. Die Feuchtigkeit sowie die in der Ringerlösung enthaltenen Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Calcium tragen dabei zur Zellproliferation bei [18].

Indikationen: Hydroaktiv und wirkstofffrei ist HydroClean das Mittel zur Wahl zur Reinigung und Konditionierung einer Vielzahl von Wunden: infiziert und nicht infiziert, akut und chronisch, oberflächlich, tief und / oder zerklüftet. HydroClean bewährt sich vor allem auch bei akuten und chronischen Problemwunden zur Reinigung, aber auch als Form der Wundspülung, bei denen ein chirurgisches Débridement aus den verschiedensten, patientenseitigen Gründen nicht durchführbar ist [2].

Um eine optimale Applikation bei den unterschiedlichen Wundverhältnissen zu ermöglichen, steht HydroClean in verschiedenen Ausführungen und Formaten zur Verfügung: HydroClean Cavity ist tamponierfähig und eignet sich für die Versorgung tiefer Wunden. HydroClean gibt es rund, quadratisch und rechteckig. Das runde, ebenfalls tamponierbare HydroClean mini mit 3 cm Durchmesser ist die perfekte Lösung für kleine Wunden.

Mit HydroTac Epithelzellen stimulieren

Abbildung HydroTac auf Rücken eines Patienten
HydroTac kann ohne zu verkleben über mehrere Tage auf der Wunde verbleiben. Damit reduziert sich die Verbandwechselhäufigkeit. Es werden Zeit und Kosten eingespart. Besonders wichtig aber ist: Dem Patienten bleiben Belastungen erspart, sei es durch Schmerzen beim Verbandwechsel oder häufige Arztbesuche.

Wenn die Wunde mit HydroClean konditoniert ist und sich gut durchblutetes Granulationsgewebe ausgebildet hat, kann mit HydroTac die Epithelisierung stimuliert werden. Basis für diese Fähigkeit von HydroTac [16,17,4,5,6] ist die AquaClear Gel Technologie mit hydratisierten Polyurethanen. Diese haben zwei Funktionen:

  • durch optimale Feuchtigkeitsregulierung die Bildung von Epithelgewebe zu fördern [4,5,6]
  • und durch das Verfahren des „molecular crowding“ die Konzentration endogener Wachstumsfaktoren zu steigern und die Aktivität von Epithelzellen zu erhöhen, um den Heilungsprozess zu stimulieren [17].

Somit eröffnet HydroTac mit seiner AquaClear Gel Technologie die Möglichkeit, die Wundheilung bzw. den sekundären Wundverschluss bei adäquaten Wundverhältnissen ohne Operation oder rekombinante Wachstumsfaktoren zu beeinflussen und zu beschleunigen.

Indikationen: Zur Wundbehandlung von gering bis mäßig exsudierenden, flächigen Wunden mit bereits gut ausgebildetem Granulationsgewebe bis hin zum kompletten Wundverschluss, zum Beispiel bei Verbrennungen bis Grad 2a, Versorgung von Spalthautentnahmestellen nach vorausgegangener adäquater Blutstillung, bei flächenmäßig kleineren, sekundär heilenden Wunden, die für eine Spontanepithelisierung in Frage kommen.

Was die HydroTherapy sinnvoll ergänzt

Gerade in der Chirurgie und Unfallchirurgie sind nicht selten sekundär heilende Wunden zu behandeln, deren Wundzustand und Exsudatvolumen besondere Maßnahmen und Verbandstoffe für eine optimale Versorgung erfordern.

Sorbalgon – tamponierbare Calciumalginat-Kompresse

tiefe Wundspalte mit Sobalgon
Sorbalgon ist ideal zum Tamponieren tiefer Wundspalten und bei tiefen, zerklüfteten Wundverhältnissen

Sorbalgon ist eine locker gelegte Kompresse aus hochwertigen Calciumalginatfasern, die trocken – ohne Druck – in die Wunde eintamponiert wird. Bei der Sekretaufnahme quellen die Fasern auf und wandeln sich in ein hydrophiles Gel um, das die Wunde ausfüllt und sie feucht hält. Mit dem Quellvorgang werden auch Keime sicher in die Gel-
struktur eingeschlossen [19].

Indikationen: Sorbalgon ist durch seine ausgezeichnete Tamponierfähigkeit ideal zur Reinigung und zum Granulationsaufbau bei tiefen und zerklüfteten, infizierten und nicht infizierten Wunden sowie nach einem chirurgischen Débridement.

Eine Kombinationsversorgung mit HydroClean ist möglich: Zum Beispiel können bei tiefen und stark zerklüfteten Unfallverletzungen die tiefen Bereiche mit Sorbalgon austamponiert und die flächigeren Anteile mit HydroClean versorgt werden. Für die Versorgung von Fistelgängen stehen Sorbalgon Tamponadestreifen zur Verfügung.

Hydrosorb & Hydrosorb Comfort

Knie mit Schürfwunde abgedeckt mit Hydrosorb
Hydrosorb eignet sich vor allem bei austrocknungsgefährdeten Wunden zum Feuchthalten der Wunde

Hydrosorb ist ein bereits fertiges Gel aus saugfähigen Polyurethan-Polymeren, in die ein hoher Wasseranteil von 60 % eingelagert ist. Dadurch versorgt Hydrosorb die Wunde von Anfang an zuverlässig mit Feuchtigkeit, schützt sie vor dem Austrocknen und verhindert Schorfbildung [24]. Gleichzeitig nimmt Hydrosorb überschüssiges Exsudat auf, was ein ausgeglichenes Feuchtigkeitsniveau in der Wunde sichert.

Indikationen: Hydrosorb ist indiziert zum Feuchthalten von Granulationsgewebe während der Konditionierungsphase, aber auch zum Schutz neugebildeter Epithelzellen vor allem bei austrocknungsgefährdeten Wunden. Die Transparenz des Gels ermöglicht dabei jederzeit – ohne Verbandwechsel – die Inspektion der Wunde, weshalb Hydrosorb beim Ausbleiben von Störungen über Tage auf der Wunde verbleiben kann. Hydrosorb Comfort ist zur Fixierung mit einem umlaufenden Kleberand ausgestattet.

Zetuvit Plus & Zetuvit Plus Silicone

Arzthelferin deckt Wunde mit Zetuvit Plus ab
Zetuvit Plus Silicone besitzt eine nicht verklebende Silikonwundkontaktschicht für einen atraumatischen Verbandwechsel

Zetuvit Plus ist eine Saugkompresse aus vier aufeinander abgestimmten Materialien, die ihr beste Gebrauchseigenschaften verleihen: eine starke Saugleistung und sicheren Exsudateinschluss sowie eine gute Polsterwirkung und Drapierfähigkeit [20]. Zetuvit Plus kann als Sekundärverband zur Aufnahme starker Exsudation mit anderen hydroaktiven Wundauflagen (z. B. HydroClean) kombiniert werden, ist bei stark exsudierenden Wunden aber auch als direkte Wundauflage geeignet.

Zetuvit Plus Silicone verfügt über alle Eigenschaften von Zetuvit Plus, kann aber noch mehr: Durch die mit Silikon beschichtete Wundkontaktseite verklebt sie nicht mit der Wunde, was eine atraumatische Wundversorgung und den Schutz der Wundränder ermöglicht [21,22,23].

Quellen:
[1] Lippert H. et al, „Wundatlas - Wunde, Wundbehandlung und Wundheilung“, Hannover, 2001
[2] Jannsch O., Tautenhahn J., Lippert H., „Allgemeine Prinzipien der Wundversorgung akuter traumatischer Wunden“; in HARTMANN WundForum /2010
[3] W.O. Seiler; HARTMANN Wund-Forum 2/2007, Feuchttherapie chronischer Hautulzera mit Ringer’scher Lösung: physiologisch, heilungsfördernd, schmerzlindernd.
[4] Humbert, P. et al. (2014). Protease-modulating polyacrylate-based hydrogel stimulates wound bed preparation in venous leg ulcers – a randomized controlled trial. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 28(12), Seiten 1742-1750.
[5] Smola, H. (2016). Simplified treatment options require high-performance dressings – from molecular mechanisms to intelligent dressing choices. EWMA 2016. Bremen, 11.-13. Mai 2016.
[6] Smola, H. et al. (2016). Hydrated polyurethane polymers to increase growth factor bioavailability in wound healing. HydroTherapy Symposium: A New Perspective on Wound Cleansing, Debridement and Healing. London, 3. März 2016.
[7] Eming, S., Smola, H., Hartmann, B. et al. (2008). The inhibition of matrix metalloproteinase activity in chronic wounds by a polyacrylate superabsorber. Biomaterials 29: 2, 2932-2940
[8] Ousey, K. et al. (2016). Hydro-Responsive Wound Dressings simplify T.I.M.E. wound management framework. British Journal of Community Nursing 21 (Supplt. 12), pp. S39-S49.
[9] Spruce, P. et al. (2016). Introducing HydroClean® plus for wound-bed preparation: a case series. Wounds International 7(1), pp. 26-32.
[10] Ousey, K. et al. (2016). Hydro-Clean® plus: a new perspective to wound cleansing and debridement. Wounds UK 12(1), pp. 94-104.
[11] Atkin, L. and Rippon, M. (2016). Autolysis: mechanisms of action in the removal of devitalised tissue. British Journal of Nursing 25(20), Seiten S40-S47.
[12] Humbert P., et al. on behalf of the CLEANSITE study group. Protease-modulating polyacrylate- based hydrogel stimulates wound bed preparation in venous leg ulcers a randomized controlled trial. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 2014; 28:12, 1742-50.
[13] Knestele, M (2004) The treatment of problematic wounds with HydroClean plus - tried and tested over many years in clinical practice. HARTMANN Data on file.
[14] Bruggisser, R. (2005). Bacterial and fungal absorption properties of a hydrogel dressing with a superabsorbent polymer core. J Wound Care 14, 438-42
[15] Smola H.: Stimulation of epithelial migration - novel material based approaches. Presented at EWMA Congress, 2015, London. Data on file: in-vivio study, H. Smola.
[16] Humbert P., Faivre B., Véran Y., et al.: Protease-modulating polyacrylate-based hydrogel stimulates wound bed preparation in venous leg ulcers--a randomized controlled trial. J Eur Acad Dermatol Venereol. 28:1742-50 (2014)./ Zöllner et al., Biometric report on HydroTac (comfort) dated 6th June 2010
[17] Ergebnis von in-vitro Studie präsentiert am EORS Kongress 2014 von Smola H., Maier G., Juninger M., Kettel K., Smola S mit dem Titel „Hydrated polyurethane polymers to increase growth factor  bioavailabilty in wound healing.“
[18] Seiler, W.O., „Feuchttherapie chronischer Hautulzera mit Ringer’scher Lösung“, in HARTMANN WundForum 2/2007
[19] Teschner, M. „Calciumalginate in der Therapie infizierter und sekundär heilender Wunden“, in HARTMANN WundForum 1/1996
[20] D. Kaspar. Dealing effectively with heavily exuding wounds – Zetuvit Plus tested in clinical practice. Veröffentlichung 2007, PAUL HARTMANN AG / Heidenheim
[21] Evaluierung von Resposorb Silicone 21062017.
[22] 165745-0002 _CER_Resposorb-Silicone_Silicone Comfort_NAMSA_Final_31JAN2017.
[23] Eine Fallstudie zur Evaluierung der superabsorbierenden Wundkompresse RespoSorb Silicone Dr. M.G. Rippon, S. Simm.
[24] Zöllner et al. (2007) Clinical performance of hydrogel dressing in chronic wounds; a prospective observational study; JWC (16) 2: 133-6.
[25] HARTMANN medical edition: Wunde und Wundbehandlung