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Patientensicherheit

Internationaler Tag der Patientensicherheit 

„Digitalisierung und Patientensicherheit“ steht in diesem Jahr im Fokus des 4. Internationalen Tages der Patientensicherheit (ITPS) am 17. September 2018.

von der HARTMANN Online-Redaktion 17.09.2018

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) – das Netzwerk für eine kontinuierliche Verbesserung der Patientensicherheit in Deutschland ist davon überzeugt, dass digitale Anwendungen große Chancen für die Patientensicherheit bieten. Einen Ansatz erarbeitete das BODE SCIENCE CENTER, wissenschaftliches Kompetenzzentrum von HARTMANN. Um die Händehygiene-Compliance nachhaltig zu verbessern, wurden eLearning-Programme entwickelt, die zeigen wie die Händehygiene im klinischen Alltag korrekt durchgeführt wird. Weitere digitale Entwicklungen des BODE SCIENCE CENTER unterstützen die direkte Beobachtung der Compliance bei der Händehygiene.

Marleen R. ist 30 Jahre alt und seit ihrem 5. Lebensjahr nierenkrank. Drei Transplantationen hat die Mutter einer kleinen Tochter, die als Kosmetikerin in Berlin arbeitet, bereits hinter sich. Um ihre chronische Nierenerkrankung in den Griff zu bekommen, muss Marleen kontinuierlich ihren Bluthochdruck überwachen und jeden Tag 13 Tabletten vier verschiedener Medikationen schlucken. Mindestens achtmal im Jahr muss die Berlinerin zu ärztlichen Kontrolluntersuchungen – Termine, die gut organisiert sein wollen. Marleens Krankheit ist eine tägliche Herausforderung – insbesondere mit einem kleinen Kind, das die volle Aufmerksamkeit beansprucht. Was sich die Dreißigjährige wünscht, ist „ein System, das mich an die Medikamente und den Blutdruck erinnert und mit dem man schnell einen neuen Termin vereinbaren kann“, erzählt die junge Mutter.

Potenziale der Digitalisierung stärker nutzen

Für Marleen R. hat sich dieser Wunsch erfüllt: Als Teilnehmerin eines Forschungsprojektes (MACSS Medical Allround-Care Service Solutions) der Charité Universitätsmedizin Berlin unter der Leitung von Professor Klemens Budde wird die chronisch kranke, nierentransplantierte Patientin im Umgang mit ihrer Krankheit digital unterstützt. Eine App erinnert an ihre Medikamente und Blutdruckmessungen und sorgt dafür, dass die Klinik im Notfall direkt auf ihre Blutdruckschwankungen durch Rückmeldung reagieren kann [1].

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) – das Netzwerk für eine kontinuierliche Verbesserung der Patientensicherheit in Deutschland unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn – ist davon überzeugt, dass digitale Anwendungen wie sie Marleen R. für sich nutzt, große Chancen für die Patientensicherheit bieten [2].

Der Internationale Tag der Patientensicherheit (ITPS) am 17. September 2018 – eine Initiative des APS, an der sich weltweit verschiedene Länder beteiligen, steht daher ganz im Zeichen der Digitalisierung. Gesundheitseinrichtungen in Deutschland und weltweit sind dazu aufgerufen, sich mit den Potenzialen digitaler Anwendungen intensiver zu beschäftigen, um die Versorgung von Patienten, insbesondere chronisch Kranker wie Marleen R., sicherer zu machen.

Digitale Lösungen für den Infektionsschutz

Als führender Spezialist der Händehygiene sieht HARTMANN hier ein großes Verbesserungspotenzial, das durch Digitalisierung besser genutzt werden könnte.

Durch digitale Anwendungen „können gefährliche Doppelverordnungen, Versorgungslücken und mögliche Wechselwirkungen verringert werden. Eine bessere Vernetzung erhöht den Informationsfluss und die Kommunikation zwischen allen Akteuren im Gesundheitswesen und kann die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) deutlich erhöhen“, heißt es im Aufruf des APS zum Aktionstag.

Das Aktionsbündnis merkt an, dass „in Deutschland bis zu zehnmal mehr Menschen an den Folgen unerwünschter Neben- oder Wechselwirkungen von Medikamenten sterben als im Straßenverkehr“ und bezieht sich dabei auf einen ARD-Beitrag [3]. Eine Analogie, die sich auch bei einem weiteren ernst zu nehmenden Risiko für die Patientensicherheit ziehen lässt: der steigenden Gefahr nosokomialer Infektionen (NI). Einer Infektion also, die Patienten erst während einer ärztlichen oder pflegerischen Behandlung erleiden. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 fanden im Straßenverkehr etwa 3.200 Menschen den Tod [4]. An NI sterben in Deutschland jedes Jahr etwa 10.000 bis 15.000 Menschen [5].

Die wichtigste Einzelmaßnahme, um NI zu vermeiden, ist die Händedesinfektion. Einem Großteil dieser Infektionen könnte allein durch eine bessere Händehygiene vorgebeugt werden. Im Schnitt wird aber nur jede zweite Händedesinfektion, die erforderlich wäre, auch durchgeführt. Als führender Spezialist der Händehygiene sieht HARTMANN hier ein großes Verbesserungspotenzial, das durch Digitalisierung besser genutzt werden könnte.

Gian Carlo Sciuchetti, Leiter Geschäftsbereich Desinfektion der HARTMANN GRUPPE: „Die „Händehygiene-Compliance muss mit neuen Ansätzen gefördert werden. Bei engen Zeitplänen und knappen Budgets sind hier zudem kosteneffiziente und ressourcenschonende Mittel gefragt.“

Die „Händehygiene-Compliance muss mit neuen Ansätzen gefördert werden. Bei engen Zeitplänen und knappen Budgets sind hier zudem kosteneffiziente und ressourcenschonende Mittel gefragt“, sagt Gian Carlo Sciuchetti, Leiter Geschäftsbereich Desinfektion der HARTMANN GRUPPE. Die entsprechenden Lösungen entwickelte das BODE SCIENCE CENTER, wissenschaftliches Kompetenzzentrum von HARTMANN. Um die Händehygiene-Compliance nachhaltig zu verbessern, wurden eLearning-Programme entwickelt, die zeigen wie die Händehygiene im klinischen Alltag korrekt durchgeführt wird. Weitere digitale Entwicklungen des BODE SCIENCE CENTER unterstützen die direkte Beobachtung der Compliance bei der Händehygiene.

eHealth für die Händehygiene nutzen

Nach der Beobachtung ermöglicht die eHealth-Anwendung von HARTMANN ein direktes Feedback an die Mitarbeiter – ein Vorgehen, das sich als besonders wichtig für eine Verhaltensänderung herauskristallisiert hat.

Die zertifizierten eLearning-Programme richten sich an das Pflege- und Ärztepersonal und sollen die Mitarbeiter dabei unterstützen, ihren Wissensstand flexibel aufzufrischen oder zu erweitern. Die Observe eHealth-Anwendungen zur Messung der Händehygiene-Compliance richten sich an die Hygienefachkräfte. „Die mobilen Lösungen sind flexibel und damit jederzeit einsetzbar. Nach der Beobachtung ermöglicht die Anwendung ein direktes Feedback an die Mitarbeiter – ein Vorgehen, das sich als besonders wichtig für eine Verhaltensänderung herauskristallisiert hat“, erläutert Dr. Heide Niesalla, Leiterin des BODE SCIENCE CENTER.

Das effiziente Erfassen der Händehygiene-Compliance mit Observe bietet dank der automatisierten Datenverarbeitung eine hohe Datenqualität und professionelle Auswertungsoptionen. Krankenhäuser in Deutschland profitieren zudem von der Anbindung von Observe an das HAND-KISS-Modul des Nationalen Referenzzentrums für Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ).

Die Chance der Digitalisierung im Gesundheitswesen für den Patientenschutz hat viele Facetten: Digitale Anwendungen können wie im Fall Marleen R. die Patienten direkt im täglichen Umgang mit einer Krankheit unterstützen. Sie kommen aber auch dem Patientenschutz zugute, wenn sie sich – wie die eLearning-Programme und die Observe von HARTMANN – an das Gesundheitspersonal wenden. Wird die Qualität der Händehygiene verbessert, steigt auch der Schutz der Patienten vor vermeidbaren Infektionen. Für HARTMANN eine kontinuierliche Aufgabe, die das Unternehmen auch mit der Weiterentwicklung seiner digitalen Lösungen Schritt für Schritt für den Klinikalltag umsetzt.

Die digitalen Anwendungen von HARTMANN sind Teil eines ganzheitlichen Programmes zur Förderung der Händehygiene in Kliniken. Mit dem Evolutionskonzept der Händehygiene bietet HARTMANN ein Programm, das in die tägliche Praxis integriert und kontinuierlich fachlich vor Ort begleitet wird.

eHealth: Patientenschutz goes digital

Mehr zur Unterstützung im Patientenschutz via eHealth erfahren Sie in der untenstehenden Infografik zum digitalen Patientenschutz sowie im BSC Beitrag „Krankenhaus App to date – digitale Lösungen für die Patientensicherheit“.

Quellen

1. „App-timierter Patientenschutz: chronisch krank aber bestmöglich versorgt“ Vortrag gehalten von Prof. Dr. Klemens Budde, Leitender Oberarzt, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Hypertensiologe DHL, Campus Charité Mitte, Universitätsmedizin Berlin, Mittags-Symposium: Digitale Infektionsprävention: Mit eHealth Patienten besser schützen, Berlin, 12. Oktober 2017, veranstaltet vom BODE SCIENCE CENTER, Hamburg, wissenschaftliches Kompetenzzentrum der PAUL HARTMANN AG, Heidenheim.
2. https://www.tag-der-patientensicherheit.de/informationen.html. Letzter Zugriff 04.09.2018
3. https://programm.ard.de/TV/Themenschwerpunkte/Ratgeber-der-ARD/Gesundheit/Startseite/?sendung=28724109735929 .Letzter Zugriff 04.09.2018
4. https://www.adac.de/der-adac/verein/aktuelles/verkehrstote-2017/. Letzter Zugriff 04.09.2018
5. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Antibiotikaresistenz/FAQ/FAQ_node.html. Letzter Zugriff 04.09.2018