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Sicherheit in der ambulanten Pflege

Das ZQP hat vor rund zwei Jahren eine Perspektivenwerkstatt zur Patientensicherheit in der professionellen ambulanten Pflege initiiert. Die Ergebnisse wurden am 25. September vorgestellt.

von der HARTMANN Online-Redaktion 02.10.2018

Patientensicherheit in der ambulanten Langzeitpflege ist ein bislang wenig systematisch bearbeitetes Feld, obwohl die Fehleranfälligkeit im ambulanten Setting unter Experten unter anderem aufgrund von Multimorbidität der Pflegebedürftigen und der Beteiligung verschiedener Akteure im Versorgungsprozess als hoch eingeschätzt wird. Sicherheitsrisiken betreffen etwa die Bereiche Kommunikation, Medikation, Hygiene oder auch die außerklinische Beatmung. Vor diesem Hintergrund hat das ZQP vor rund zwei Jahren eine Perspektivenwerkstatt zur Patientensicherheit in der professionellen ambulanten Pflege initiiert und Prof. Dr. Stefan Görres, Universität Bremen, mit der wissenschaftlichen Begleitung beauftragt. Die vorläufigen Ergebnisse wurden am 25. September im Rahmen einer fachübergreifenden Expertenkonferenz mit rund 70 Teilnehmern in der Hörsaalruine der Charité-Universitätsmedizin vorgestellt.

Fazit: Patientensicherheit ist keine Selbstverständlichkeit

Pflegerin zeigt Seniorin Medikamente in der Medikamentenbox
Prof. Dr. Stefan Görres zog in seinem Vortrag ein erstes Fazit: „Patientensicherheit in der ambulanten Pflege sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Das ist sie aber bei weitem nicht.“ Die dargestellte Analyse aus der Perspektivenwerkstatt zeigt zentrale Handlungsfelder für Patientensicherheit auf. Dazu gehören „Wissen und Kompetenzen beruflich Pflegender“, „Personaleinsatz und Personalausstattung“, „Verantwortung von ambulanter Pflege im komplexen Versorgungssetting“, „Kommunikation an Schnittstellen im Versorgungsprozess“, „Gesundheitskompetenz Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen“, „Sicherheitskultur in der ambulanten Pflege“ sowie „spezielle Risikobereiche pflegerischer Handlungen“.

Die Ergebnisse der Perspektivenwerkstatt, die auch erste Vorschläge für Lösungsansätze umfassen, wurden von den anwesenden Gästen und Mitgliedern des Steuerungskreises der Perspektivenwerkstatt kommentiert und diskutiert, unter anderem von Dr. Christian Berringer, Bundesministerium für Gesundheit, Hedwig François-Kettner, Aktionsbündnis Patientensicherheit, Dr. Andrea Kimmel, Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen, Claudia Pohl, Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtpflege, sowie Franz Wagner, Deutscher Pflegerat.

Die Ergebnisse und der Abschlussbericht zur Perspektivenwerkstatt sind auf der Webseite des ZQP unter www.zqp.de ab Februar 2019 zugänglich.
Quelle: ZQP Newsletter, Ausgabe September 2018