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Darüber spricht man nicht: Mythen und Fakten zu Inkontinenz

Zur Inkontinenz halten sich hartnäckige Gerüchte. Wer die ersten Symptome an sich entdeckt, braucht verlässliche Informationen. Wir haben fünf Mythen zusammengetragen und stellen ihnen die Fakten gegenüber.

Inkontinenz? Darüber spricht man nicht!

Tatsächlich öffnen sich leider nur wenige Menschen. In Deutschland halten 52 Prozent der Betroffenen Harninkontinenz für ein Tabu-Thema. Das ist das Ergebnis der europäischen HARTMANN-Studie „Breaking the Silence: A European Report“. 39 Prozent der deutschen Befragten in einer Beziehung haben noch nie mit ihrem Partner oder ihren Freunden (69 Prozent) übe ihre Inkontinenz gesprochen. Dabei tut reden gut! 46 Prozent aller Befragten geben an, sich nach dem Gespräch mit ihrem Partner selbstbewusster gefühlt zu haben.

Nur alte Menschen sind inkontinent!

Das stimmt nicht. Zwar sind überdurchschnittlich viele Menschen ab 65 Jahren von Harninkontinenz betroffen, praktisch kann es aber alle Altersgruppen treffen. Vorrübergehend haben etwa 25 Prozent aller Frauen zwischen 25 und 35 Jahren damit zu kämpfen.

Weniger trinken, weniger Inkontinenz!

Das ist falsch. Im Gegenteil: Bei zu wenig Flüssigkeitszufuhr wird die Blase schlechter durchgespült und Bakterien können sich schneller in Niere, Blase und Harnröhre sammeln. Das steigert das Risiko einer Blasen- oder Harnwegsinfektion. Der hochkonzentrierte Urin, der entsteht, reizt die Blase sogar so sehr, dass der Harndrang erhöht wird. Es wird empfohlen, 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit täglich zu sich zu nehmen. Wasser, Tee oder dünne Saftschorlen eignen sich besonders gut. Harntreibende Getränke wie Kaffee und Alkohol sollten möglichst wenig konsumiert werden.

Meistens sind Frauen von Inkontinenz betroffen!

Frauen zählen besonders oft zu den Betroffenen (bis zu 85 Prozent), daher stimmt diese Aussage. Durch Schwanger­schaften und Geburten ist ihre Beckenbodenmuskulatur häufig geschwächt und kann ihre Stützfunktion nicht mehr erfüllen, die Unterleibsorgane sinken tiefer. Sie leiden dann häufig an einer Stress- oder Belastungsinkontinenz. Dabei kommt es etwa beim Hüpfen, Niesen oder Husten zum unkontrollierbaren Urinabgang. Männer hingegen leiden häufiger an einer über-aktiven Blase und einer Dranginkontinenz. Sehr plötzlich und dringend müssen sie dann zur Toilette.

Man kann nichts gegen Inkontinenz tun!

Das stimmt nicht ganz. Bei leichter bis mäßiger Stressinkontinenz ist regelmäßige Beckenbodengymnastik in jedem Alter erfolgsversprechend. Anfänger sollten sich jedoch die Übungen zunächst von einem Physiotherapeuten erklären lassen. Unterstützen lässt sich das Training durch Elektrostimulation. Hierbei stimulieren elektrische Impulse die Beckenbodenmuskulatur und regen sie zum Zusammenziehen an. Der weiblichen Muskulatur hilft zudem das Biofeedback: Über Vaginalsonden stimulieren dabei Drucksensoren den Beckenbodenmuskel. Ist Übergewicht die Ursache, kann eine Gewichtsreduktion durch eine Ernährungs-umstellung und ausreichend Bewegung helfen. Haben eine chronische Verstopfung und heftiges Pressen den Beckenboden angegriffen, kann ein Arzt stuhlregulierende Maßnahmen verschreiben. Die Wahl des passenden Hygieneprodukts beein­flusst zudem das eigene Wohlbefinden nachhaltig. Besonders wichtig ist Betroffenen, dass es Urin verlässlich auffängt, ein Trockenheitsgefühl schafft und den Urin-Geruch neutralisiert. MoliCare® bietet Produkte, die speziell auf die Anatomie von Männern und Frauen angepasst sind. Ob leichte, mittlere oder schwere Inkontinenz: Produkte wie Slips, Pads, Einweghosen (Pull-ups), Vorlagen oder Einlagen bedienen unterschiedliche Bedürfnisse.