WundForum 1/2019

Polsterbinde Ist hochgradig an die Form des Beins anmodellierbar [1] Kompressionsbinde Gewährleistet den Ruhedruck, der bis zu sieben Tage hält. [1] Kompression muss sein Die Kompression des Beines mit adäquaten Ver- bänden ist die Basisbehandlung bei venös und lym- phatisch bedingten Beschwerden und Krankheitsbil- dern wie der chronisch venösen Insuffizienz (CVI) mit oder ohne Ulcus cruris venosum sowie chronischer Ödeme. Der Kompressionsverband umgibt das Bein rundum mit so festem Druck, dass die krankhaft erweiterten Venen eingeengt werden. Dadurch kön- nen die Venenklappen, mit deren Hilfe das Blut zum Herzen zurücktransportiert wird, wieder schließen, die Strömungsgeschwindigkeit des venösen Blutes erhöht sich, der Rücktransport wird normalisiert. Mit der verbesserten Rückströmung des Blutes werden aus dem geschädigten Gewebe auch Flüssigkeitsan- sammlungen und Abfallstoffe abtransportiert (gestei- gerte Reabsorption). Schwellungen und Ödeme bilden sich zurück. Offene Geschwüre können abheilen.  [4,5,6,7,8,10,11] Welche Kompression bei welcher Indikation? Entsprechend dem Befund entscheidet und ver- ordnet der behandelnde Arzt, welche Kompressions- maßnahme angezeigt ist. Beispielsweise empfiehlt sich in der akuten Phase einer CVI mit ausgeprägten Stauungen und Ödemen und / oder einem floriden (blühenden) Ulcus cruris venosum ein Kompressions- verband aus Zinkleimbinden oder ein leitliniengerech- ter phlebologischer Kompressionsverband (PKV) aus Kurzzugbinden mit Unterpolsterung. [8] Ist das Bein gut entstaut, sind Mehrkomponenten- / -lagensys- teme eine Alternative. Nach Abheilung eines Ulkus kann die Nachsorge dann mit individuell angepass- ten, medizinischen Kompressionsstrümpfen (MKS) in indikationsgerechter Kompressionsklasse erfolgen. Welche Anlegetechniken gibt es? Der PKV kann als Wechselverband oder als Dauer- verband konzipiert werden. Ein Wechselverband wird täglich neu angelegt und in der Regel nicht über Nacht belassen. Bei Anwendung von Kompressions- binden mit niedrigem Ruhedruck und bei adäquater Verbandtechnik kann ein Wechselverband jedoch auch über Nacht angelegt bleiben. Der Dauerver- band verbleibt definitionsgemäß über einen längeren Zeitraum, meist über mehrere Tage, auch während der Nacht. Für einen Wechselverband kommen wiederverwendbare elastische Kompressionsbinden zum Einsatz. Für einen Dauerverband werden primär Materialien für den Einmalgebrauch wie z. B. adhä- sive Binden oder Mehrlagensysteme verwendet. [8] Für das Anlegen von Wechsel- und Dauerverbän- den gilt: Ein guter Verband soll das Bein allseitig fest umschließen, in seinem Andruck von distal nach pro- ximal gleichmäßig nachlassen (d. h. der Druck ist im Fesselbereich am höchsten und nimmt zum Knie hin kontinuierlich ab) und darf nirgends drücken oder gar einschnüren. PütterPro 2: Doppelt hält besser Einen Kompressionsverband sachgerecht anzulegen, ist nicht einfach. Es gibt viele Fragen dazu: Welche Binde für welche Indikation, welche Anlegetechnik, welche Risiken sind zu beachten und vieles mehr. Ein Stück einfacher und sicherer wird es mit dem 2-Komponenten-Kompressionssystem PütterPro 2, dem jüngsten Mitglied der Pütter-Familie. PütterPro 2 – überzeugend einfach Literatur siehe Seite 22. 12 HARTMANN WundForum 1/2019 Produkte & Anwendung

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