WundForum 1/2019

Die kutane Wundheilung beruht grundsätzlich auf der Fähigkeit der Haut zur Regeneration von Epithe- lien und Reparation von Hautbindegewebe. Sie stellt einen komplexen biologischen, in Kaskaden ablau- fenden Prozess dar, bei dem zahlreiche Arten von Zellen, Zytokine, Wachstumsfaktoren und Bestand- teile der extrazellulären Matrix zusammenwirken, mit dem Ziel, die Integrität der Haut wiederherzu­ stellen. Dieses Ziel ist erreicht, wenn der Hautdefekt mit einer belastungsfähigen Epitheldecke geschlos- sen ist.  [22] Die (Re-)Epithelisierung ist ein Vorgang, der einige Besonderheiten aufzuweisen hat. Nach dem Muster der physiologischen Regeneration heilen lediglich oberflächliche Schürfwunden der Haut. Alle anderen Hautwunden ersetzen den entstandenen Gewebe- verlust durch Mitose und Migration (Zellteilung und -wanderung) stoffwechselaktiver Epithelzellen vom Wundrand bzw. von erhalten gebliebenen Hautan- hangsgebilden aus. Dabei werden Mitose und Migra- tion maßgeblich durch Wachstumsfaktoren gesteuert und sind auf das Engste mit der Ausbildung der Wundgranulation verknüpft. [22] Während akute Wunden in der Regel physiologi- sche Wundverhältnisse aufweisen, die eine geord- Schwerpunkt Wirkstofffrei den Wundverschluss beschleunigen mit HydroTac & HydroClean Mit der Epithelisierung kommt die Wundheilung zum Abschluss. Dieser Prozess kann durch den Schaumver- band HydroTac beschleunigt werden, wozu Hydro­ Clean die Voraussetzungen schafft: durch die Stimula- tion des Aufbaus von Granulationsgewebe [23] und durch die Inaktivierung von Proteasen wie MMP und die daraus resultierende Unterstützung des Heilungs- prozesses. [2,4] nete (Re-)Epithelisierung begünstigen, ist dies bei Wundheilungsstörungen oftmals nicht der Fall.  [22] Bei vielen Wundpatienten – vor allem älteren – ist damit zu rechnen, dass Störungen durch die wund- auslösenden Grunderkrankungen wie beispielsweise Venenleiden oder Diabetes mellitus, aber auch durch den Allgemeinzustand des Patienten die normalen Wundheilungsmechanismen behindern. Je länger dabei eine Wunde besteht, desto schwieriger wird es, einen Wundverschluss zu erreichen. Denn diese Wunden werden chronisch und weisen meist eine schwache chronische Entzündung auf, die die nächs- ten Schritte der Heilungskaskade unterbindet, näm- lich den Aufbau von Granulationsgewebe und den epithelialen Wundverschluss.  [22] Es besteht nun Konsens darüber, dass nur wenige Therapiemöglichkeiten zur Beschleunigung des Epi- thelisierungsprozesses bestehen. Von den Optionen wie Meshgraft-Spalthauttransplantationen, Lappen- plastiken und experimentellen Behandlungen wie der autologen / allogenen Keratinozytentransplantation profitieren nur wenige Patienten. Konservative Thera- piemöglichkeiten zur Beschleunigung des epithelialen Wundverschlusses und damit zur Verkürzung der Heilungszeit gibt es praktisch nicht. Der Autor: Prof. Dr. med. Hans Smola, Director Medical Competence Center der PAUL HARTMANN AG, Postfach 1420, 89504 Heiden- heim, E-Mail hans.smola@ hartmann.info Literatur siehe Seite 22. 6 HARTMANN WundForum 1/2019

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